Freitag, 19. Februar 2010

Mamallapuram (18.02. - 20.02.2010)

Tamil Nadu, India

Eine Zugfahrt, die ist lustig .. vor allem im 1km langen und ueberfuellten Kolkata-Chennai Express, den wir in Gopalpur am Morgen des 17.02. besteigen. Leute, die keine bestaetigten Tickets bekommen haben (sprich Wartelistenplaetze), setzen sich in einem unbeobachteten Moment neben dich und versuchen sich durch Hueftarbeit Stueck fuer Stueck mehr Platz zu schaffen. Fliegende Haendler durchqueren die Wagons im Minutentakt, preisen lautstark ihre Waren an und kriegen ganz leuchtende Augen, als sie mitten unter den Indern zwei dicke Geldscheine (uns) sitzen sehen. Nach 18h kommen wir um 4 Uhr frueh in Indien's viertgroesster Stadt Chennai an, die schon vollends erwacht zu sein scheint. Ein alter Stadtbus bringt uns zu einem alten Reisebus, der auf einem brandneuen Flatscreen wiederum alte (Haarpracht und Kleidung nach wohl 70er) Bollywood-Filme zeigt und uns in 2h nach Mamallapuram bringt.

Der kleine Ort an der Kueste ist laut LonelyPlanet einzige touristische Enklave im Bundesstaat - vielleicht meinen sie, dass es hier Hotels und Restaurants en Masse gibt und die Preise dank der vielen neureichen Russen, die jeden Preis ohne Verhandeln zahlen, deutlich ueber bisherigem Niveau liegen. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, Doppelzimmer kriegt man trotzdem noch fuer 5-6 und Essen fuer 1-2 Euro -> Indien bleibt superbillig. Der breite Strand ist wie ueblich in Fischerdorf-, Touristen- und Inderabschnitt unterteilt und sucht man sich eine einsame Stelle tauchen bald ein paar indische Jugendliche auf und umkreisen einen - an Land wie im Wasser.

Der Ort ist beruehmt fuer seine Steinmetze - ueberall (ausser in der Touristrasse) hoert man den ganzen Tag das Klicken der Haemmer, waehrend die kleinen und grossen Skulpturen (groesstenteils hinduistische Gottheiten, zum Teil im modernen Gewand - z.B. Ganesha, der Elephantengott, mit Apple Computer auf dem Schoss) vor allem in der Touristrasse angepriesen werden. "Nein Danke, ich moechte nicht in deinen Shop und Steine oder Klamotten kaufen, weil ich kein Interesse habe, von dir abgezogen zu werden, und die 200 anderen Shops auch schon nicht betreten habe!" Aber wir hatten ein nettes Gespraech mit einem der Shopbesitzer ueber das alltaegliche Touristen/Verkaeufer-Spielchen. Ansonsten gibt's einen Haufen Felswaende, in die Alltagsszenen anstatt der ueblichen Gottheiten gemeisselt sind, Hoehlentempel, Strandtempel und massig Tagestouristen, die im klimatisierten Pauschalreisebus fuer einen Tag kommen und Dinge erzaehlen wie: "Da kann man schonmal an der Strasse essen. Da steht dann so ein Einheimischer vor seinem Wok und du sagst ihm einfach, dass du Nudeln mit Gemuese willst. Das schmeckt sogar!"

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