Ein Kleinbus mit viel zu engen Sitzen und viel zu vielen Passagieren sammelt uns vor Sonnenaufgang in 'Nyanung Shwe' am Inle-Lake auf und setzt uns vor Sonnenuntergang in 'Nyaung U' in der Bagan-Ebene ab. Hier gilt es 10 US-Dollar an die Regierung zu entrichten, mancher Regimebeitrag laesst sich leider nicht vermeiden. Denn die 42 qkm grosse Ebene von Bagan ist die groesste Flaeche von buddhistischen Tempeln, Pagoden, Stupas und Ruinen weltweit. Verschiedene Koenige verfielen vor allem im 11. und 12. Jh. scheinbar dem Wahnsinn und liessen insgesamt 13.000 Prachtbauten auf der Ebene errichten, wobei die dabei verschlungen Staatsgelder sicherlich ein Grund fuer die Niederlage gegen die Mongolen im 13. Jh. waren. Heute uebrig sind an die 2.200 dieser buddhistischen Bauten, die nicht dem UNESCO-Weltkulturerbe angehoeren, da sie zum Teil “unhistorisch” restauriert und wiederaufgebaut wurden (vor allem nach diversen starken Erdbeben).
Vielleicht historisch, bestimmt aber unmenschlich sind die neuen breiten Strassen mit den rot-weiss-gestreiften Bordsteinen entstanden, die die steppenartige Ebene durchziehen und den Transport von Touristenmassen ermoeglichen: Zwangsarbeiter (auch Kinder) mussten hart schuften. Dazu kam, dass man die Bewohner des Ortes Bagan ('Old Bagan'), der an den 'Ayerwaddy'-Fluss grenzt, schlichtweg auf ein trockenes Weideland ein paar Kilometer weiter ('New Bagan') zwangsumgesiedelt hat.
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