Freitag, 16. April 2010

Bangalore (14.04. - 15.04.2010)

Es gewittert in Bangalore und die Temperatur ist nach 'Hot Hampi' wieder sehr angenehm.

Montag, 12. April 2010

Hampi (11.04.- 13.04.2010)

Last Stopp Hampi! Obwohl wir keine Tempel mehr sehen koennen, ziehen wir uns gerade noch Hampi rein. In atemberaubender Steinlandschaft stehen hier hunderte Ruinen aus dem 15. Jh (oder so) rum. Erinnert ein bisschen an Bagan in Myanmar/Burma - nur mit mehr touristischer Infrastruktur.

Es ist schoen und entspannend hier. Einziger Minuspunkt: Die vielen Steine wirken wie ein riesiger Heizstrahler und halten das heisse Klima Suedindiens bis spaet in die Nacht. Und tagsueber erinnert das ganze auch eher an Sauna.

Freitag, 9. April 2010

Gokarna (08.04. - 10.04.2010)

Dem kleinen Doerchen Gokarna an der noerdlichen Kueste Karnatakas sind vier paradiesische Straende angehaengt. Wir haben uns den 'Om-Beach' rausgesucht, wo sich um diese Zeit nur nur noch wenige Touristen rumtreiben, dafuer umso mehr Inder auf Kurzurlaub, die mit jeder westlichen Frau Fotos machen wollen, bevor sie sich wieder dem Kingfisher-Bier-Trinken zuwenden.

Schon morgen Nacht geht es mit dem Nachtbus weiter nach Hampi.

Sonntag, 4. April 2010

Agonda (04.04. - 08.04.2010)

Jetzt haben wir's endlich mal wieder geschafft! Einen Bungalow direkt am Strand, einen Strand der lang und unterbevoelkert ist und morgens soll man Delphine beobachten koennen. Arambol's Strand war schon auch nett, aber irgendwie gab's mehr Souvenierverkaeufer pro Minute und Meter als Wellen.

Wir arbeiten erstmal an unserer Braeune. An Armen, Beinen & Gesicht kann man zwar nicht meckern, aber der Rest erinnert zwecks fehlender Strandaufenthalte an deutsches Winterniveau ;-)

Samstag, 3. April 2010

Panaji (02.04. - 04.04.2010)

Goa, India

Eine indische Stadt haben wir jetzt doch noch eingelegt. Panaji macht's moeglich - hier sieht's mehr nach Italien/Suedfrankreich/Spanien, nein es ist Portugal, aus als nach Indien. Und mit dem gestrigen Osterfreitag haben wir's perfekt erwischt. Waehrend die halbe Stadt in der Kirche war, hatten wir die bunten Strassem und Gassen ganz fuer uns.

Einen Abstecher haben wir noch nach Old Goa gemacht, was um 1500 rum mal Lissabon den Rang streitig gemacht haben soll. Heute sind von der pulsierenden Stadt aber nur noch die ueberdimensionierten Kirchen uebrig, die jetzt am Wochenende von indischen Toursiten ueberflutet werden.

Naechster Stopp: Die suedlichen Straende von Goa, dann Gokarna im Nachbarstaat und abschliessend schauen wir noch nach Hampi, eins der unbestrittenen Highlights Indiens.

Mittwoch, 31. März 2010

Arambol (30.03. - 02.04.2010)

Goa, India

Wir sind in Goa. Warum? Weil unsere Koepfe voll sind von Tempeln, Festivals, (indischen) Staedten, Wasserfaellen, Bootstouren und der allgemeinen Rumreiserei (sprich Zugfahren und Umziehen). Also haben wir uns ein Flugticket in die Heimat geholt und unsere letzten Wochen mit viel Strand verplant.

Nach Zug, Bus, Zug, Bus, Bus, Bus haben wir quasi einmal Deutschland durchquert. Hier in Indien haben wir's gerade mal von Varkala in Kerala ins angrenzende Goa geschaft - Arambol im Norden des kleinsten Bundesstaates. Wie so ziemlich alle Orte in Goa haben die Hippies irgendwann mal den Strand entdeckt, worauf die anderen Touris nachkamen, worauf haufenweise Hotels und Souveniershops aus dem Boden gesprossen sind. Naechster Schritt: Den Strand kilometerweit mit Hotelbloecken zubetonieren. Aber soweit ist Arambol noch nicht.

Wir lassen's uns gutgehen, geniessen internationale Kueche und guten Kaffee und versuchen die Preise der Shopbesitzer zu druecken. Goa ist voll von Russen, von denen die meisten vor nicht allzu langer Zeit zu Geld gekommen sind, was sie groesstenteils auch zeigen wollen. Also zahlen sie aberwitzige Preise ohne zu verhandeln und verwoehnen damit die Haendler ein bisschen zu viel.

Freitag, 26. März 2010

Varkala (21.03. - 28.03.2010)

Kerala, India

Mit unserem Besuch aus der Heimat sind wir nach den angenehm kuehlen Bergen hier nach Varkala, um ihnen noch ein bisschen Meer zu servieren. Klippen schuetzen hier den Strand davor zugebaut zu werden, dafuer wird man dann oben ueber 2km vollgeschwaetzt. Trotzdem ein schoenes Oertchen - vor allem unser erster Westkuesten-Strand, wo es im Gegensatz zum Osten auch mal Buchten und Biegungen gibt.

Jetzt sind sie wieder weg und wir ueberlegen uns, wie und wo wir unsere letzten Wochen noch verbringen.

Mittwoch, 17. März 2010

Kodaikanal / Vattakanal (17.03. - 20.03.2010)

Tamil Nadu, India

Jetzt sind wir in den Bergen - auf etwa 2000 Meter. Schoen kuehl ist's hier und wir haben zu viert (unsere beiden Freunde aus der Heimat sind ja gerade da :-) ein kleines Haus auf gruenen ruhigen Huegeln. Nach wenigen Tagen Grossstadtchaos in Bangalore schon wieder sehr willkommen..

Samstag, 13. März 2010

Bangalore (13.03. - 16.03.2010)

Karnataka, India

Nach knapp 3 Wochen haben wir uns an Auroville sattgesehen und nachdem wir uns am letzten Tag noch das Matrimandir (die goldenen Kugel im Zentrum) angeschaut haben - sieht aus wie aus '2001: A Space Odyssey' - sind wir mit dem Uebernachtbus nach Bangalore. Hier gibt es ganz viel IT (z.B. Infosys, Indiens groesste IT-Firma) und somit viele reiche Mittelschicht-Inder und somit viele Shopping-Malls und westliche Cafes. Schoen ist die Stadt trotzdem nicht.

Aber wir haben hier zwei Kumpels, die wir in Malaysia kennengelernt haben und vor allem kommen uns zwei Freunde aus Deutschland fuer 2 Wochen besuchen, die hier landen. Aber dann werden wir wohl so schnell wie moeglich weiter..

Freitag, 26. Februar 2010

Auroville (23.02. - 12.03.2010)

Tamil Nadu, India

Jetzt haben uns die Inder soweit - wir sind bei den Hippies eingezogen!

Oder so aehnlich. 'Auroville', das wenige Kilometer neben der ehemals franzoesischen Enklave 'Pondicherry' liegt, ist eine 1968 gegruendete Projektstadt, in der die Menschen unabhaengig von Nationalitaet und Glauben in Frieden zusammenleben sollen. Geplant fuer 50.000 Menschen, bewohnen nach ueber 40-jaehrigem Bestehen gut 2000 'Aurovilleaner' die Stadt (davon ca. 900 Inder und insgesamt 500 Franzosen und Deutsche), wobei jetzt in der Hauptsaison noch ein paar Hundert Studenten, FSJler und Touristen dazukommen.

Geographisches und geistiges Zentrum 'Aurovilles' ist das 'Matrimandir' (siehe Bild), das neben einem grossen Banyak-Baum in unfertigen rot (Sand) - gruenen (Gras) Gaerten thront und aussieht wie ein riesiges "Ferrero Roche". Das Innere ist weiss marmoriert und beherbergt einen der groessten Kristalle weltweit, der mittels Spiegeln vom Sonnenlicht durchflutet wird. Das 'Matrimandir' dient den 'Aurovilleanern' als Ort der Konzentration und Meditation dar. Tagestouristen koennen die goldene Kugel nur von Aussen betrachten, wir als Gaeste duerfen allerdings in das Innere, was wir die naechsten Tage mal machen werden.

Natuerlich wurde 'Auroville' von Hippies mitbegruendet und die Leute, die heute dort leben wuerde man bei uns vielleicht auch als Hippies bezeichnen, weil sie irgendwo in der Pampa von Indien in grossen Kommunen leben. Im Endeffekt aber geniessen wir hier neben der Ruhe (Indien ist selten ruhig) westliche Standards. Im Gegensatz zu den laendlichen Nachbardoerfern leben 'Aurovilleaner' naemlich im groessten Luxus: Bio-Kaffee, Pizzarien, Strom, Wasser, Internet, Kinos - soviel wir hier haben wir in Indien noch nie fuer Unterkunft und Essen bezahlt.

Mehr dazu in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Auroville

Sonntag, 21. Februar 2010

Pondicherry (20.02. - 23.02.2010)

Tamil Nadu, India

Zwei Stunden mit dem Bus weiter suedlich von Mamallapuram liegt Pondicherry, wo wir mittlerweile angekommen sind. Die Kleinstadt (220.000 Einwohner) war frueher mal franzoesische Enklave , woran der meernahe Stadtteil immer noch sehr erinnert. Kleine Gassen, schoene Kolonialhaeuser, grosse Gaerten und in den Nachmittagsstunden wird nicht gearbeitet. Die Strandpromenade mit der grossen Gandhi-Statue ist jetzt am Wochenende voll mit indischen Familien und gerade findet irgendein "Masquerade-Festival" statt, weshalb kostuemierte Musiker und Taenzer durch die Strassen ziehen. Wir wurden "genoetigt", ein bisschen mitzuhampeln, was von geschaetzten 100 Handykameras und dem indischen Fernsehen dokumentiert wurde - muss ziemlich bescheuert ausgesehen haben ;-)

Hier in der Naehe gibt es auch noch 'Auroville' - "ein Experiment internationalen Zusammenlebens, in dem Menschen abseits aller Glaubensrichtungen, politischen Gesinnungen und Nationalitaeten in Frieden und fortwaehrender Harmonie leben koennen." 1968 gegruendet erstreckt sich die Visions-Stadt heute ueber 10 qkm und beheimatet um die 2000 Menschen (2/3 Auslaender). Das schauen wir uns dann die naechsten Tage mal an..

Freitag, 19. Februar 2010

Mamallapuram (18.02. - 20.02.2010)

Tamil Nadu, India

Eine Zugfahrt, die ist lustig .. vor allem im 1km langen und ueberfuellten Kolkata-Chennai Express, den wir in Gopalpur am Morgen des 17.02. besteigen. Leute, die keine bestaetigten Tickets bekommen haben (sprich Wartelistenplaetze), setzen sich in einem unbeobachteten Moment neben dich und versuchen sich durch Hueftarbeit Stueck fuer Stueck mehr Platz zu schaffen. Fliegende Haendler durchqueren die Wagons im Minutentakt, preisen lautstark ihre Waren an und kriegen ganz leuchtende Augen, als sie mitten unter den Indern zwei dicke Geldscheine (uns) sitzen sehen. Nach 18h kommen wir um 4 Uhr frueh in Indien's viertgroesster Stadt Chennai an, die schon vollends erwacht zu sein scheint. Ein alter Stadtbus bringt uns zu einem alten Reisebus, der auf einem brandneuen Flatscreen wiederum alte (Haarpracht und Kleidung nach wohl 70er) Bollywood-Filme zeigt und uns in 2h nach Mamallapuram bringt.

Der kleine Ort an der Kueste ist laut LonelyPlanet einzige touristische Enklave im Bundesstaat - vielleicht meinen sie, dass es hier Hotels und Restaurants en Masse gibt und die Preise dank der vielen neureichen Russen, die jeden Preis ohne Verhandeln zahlen, deutlich ueber bisherigem Niveau liegen. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, Doppelzimmer kriegt man trotzdem noch fuer 5-6 und Essen fuer 1-2 Euro -> Indien bleibt superbillig. Der breite Strand ist wie ueblich in Fischerdorf-, Touristen- und Inderabschnitt unterteilt und sucht man sich eine einsame Stelle tauchen bald ein paar indische Jugendliche auf und umkreisen einen - an Land wie im Wasser.

Der Ort ist beruehmt fuer seine Steinmetze - ueberall (ausser in der Touristrasse) hoert man den ganzen Tag das Klicken der Haemmer, waehrend die kleinen und grossen Skulpturen (groesstenteils hinduistische Gottheiten, zum Teil im modernen Gewand - z.B. Ganesha, der Elephantengott, mit Apple Computer auf dem Schoss) vor allem in der Touristrasse angepriesen werden. "Nein Danke, ich moechte nicht in deinen Shop und Steine oder Klamotten kaufen, weil ich kein Interesse habe, von dir abgezogen zu werden, und die 200 anderen Shops auch schon nicht betreten habe!" Aber wir hatten ein nettes Gespraech mit einem der Shopbesitzer ueber das alltaegliche Touristen/Verkaeufer-Spielchen. Ansonsten gibt's einen Haufen Felswaende, in die Alltagsszenen anstatt der ueblichen Gottheiten gemeisselt sind, Hoehlentempel, Strandtempel und massig Tagestouristen, die im klimatisierten Pauschalreisebus fuer einen Tag kommen und Dinge erzaehlen wie: "Da kann man schonmal an der Strasse essen. Da steht dann so ein Einheimischer vor seinem Wok und du sagst ihm einfach, dass du Nudeln mit Gemuese willst. Das schmeckt sogar!"

Dienstag, 16. Februar 2010

Gopalpur on Sea (14.02. - 17.02.2010)

Orissa, India

Gopalpur, ein kleines Doerfchen am kilometerlangen breiten Strand Indien's Ostkueste. Beliebt bei den Indern zu Feierabend oder an Wochenenden, westliche Touris sind eher rar gesaet. Auf weiten Sandflaechen im Ort spielt die Dorfjugend Cricket (Indien's Nationalsport) bevor es dunkel wird, dazwischen die Ueberreste alter britischer Kolonialbauten. Einzige "Sehenswuerdigkeit" ist der rot-weisse Leuchtturm, der einen wunderbaren Ausblick auf Strand und Meer bzw. den Ort und die dahinterliegende gruene Fluss- und Huegellandschaft freigibt.

Unser Zimmer liegt direkt am Meer, mit Terasse zum Entspannen. Mehr kann man hier nicht machen und so warten wir faul auf unseren 18h-Zug morgen nach Chennai.

Dienstag, 9. Februar 2010

Puri (08.02. - 14.02.2010)

Orissa, India

Unsere erste Zugfahrt in Indien hat uns wohlbehalten nach Puri gebracht. Die kleine Kuestenstadt ist beliebtes Touristen- und Pilgerziel fuer die Inder und ist deswegen voll von Hotels. Wir haben ein nettes kleines Hotel mit Garten etwa 100m vom ebensobreiten Strand entfernt bezogen und geniessen erstmal die relative Ruhe nach Kolkata. Die wird nur von den Hochzeitsgesellschaften "gestoert", die mit droehnendem Soundsystem durch die Strassen tanzen. Das lustige ist, dass die Band in einem Fahrrad-Rikscha-Konvoi untergebracht ist. Die erste Rikscha transportiert den Generator, die letzte die Boxen - dazwischen sitzen auf mehreren Rikschas verteilt die Musikanten in Kaefigen.

Heute (13.02.) haben wir uns endlich fuer unsere naechsten Ziele entschieden: Morgen geht's nach 'Gopalpur on Sea' (4h Zug) und am 17.02. weiter nach Chennai (18h Zug), womit wir dann endlich mal in Suedindien ankommen.

Sonntag, 7. Februar 2010

Kolkata (04.02. - 07.02.2010)

West Bengal, India

Unser Start in Indien war weniger stressig als erwartet. Auf dem 2,5h Flug von Bangkok nach Kolkata (ehemals Calcutta) haben wir eine Italienerin kennengelernt, die sich bestens in der Stadt auskennt, und somit waren Taxipreis, Hotel- und Restaurantsuche ziemlich relaxed. Kolkatta's Flughafen ist ueberraschend klein und Menschenmassen und Verkehrschaos haben wir uns schlimmer vorgestellt. Natuerlich ist trotzdem alles voll von Indern - irgendwas um die 15-17 Millionen leben hier in Indiens zweitgroesster Stadt. Und auf den Strassen gilt einfach das Recht des Staerkeren - wer nicht auf das Gehupe achtet, hat schnell einen Kotfluegel im Oberschenkel.

Die Sudder-Street ist die Backpacker-Strasse der Stadt, das 'Paragon' unser Hotel -> 50 Zimmer einfachster Art eingequetscht auf 2 Etagen zwischen den Nachbarhauesern, viele andere Touris (viele Japaner) und immer was los (Alkohol ist im relativ liberalen Kolkata kein Problem). In der Nachbarschaft liegt der 'New Market', wo es bunte Stoffe und Kleider en masse gibt, die Park Street - die Nobelstrasse der Stadt mit teueren Restaurants, McDonald's und genauso vielen Sicherheitsleuten wie Bettlern. Es kommt einem so vor, als wuerde die Haelfte der Stadtbevoelkerung komplett auf der Strasse leben. Laeuft man nachts durch die Strassen, sind die Gehwege gesaeumt mit schlafenden Menschen, sogar auf den Hauptstrassen. Auch bittere Realitaet sind die Heroin-Fixer, die sich Tag wie Nacht zu Fuessen der Passanten ihre Nadeln setzen. Seit den Attentaten in Mumbai (Bombay) scheint die Regierung etwas paranoid zu sein, denn jeder U-Bahn-Eingang hat Metalldetektoren und Beamten durchsuchen Taschen und Rucksaecke (die der Touristen meist nicht). Jedes halbwegs offizielle Buero (etwa die Bahngesellschaft) wird von bewaffneten Soldaten bewacht und auch am Bangkoker Flughafen wurde fuer die Indienfluege doppelt und dreifach kontrolliert.

Unser Einstieg in Stadt und indische Kultur war gleich mal direkt, denn am ersten Morgen haben wir den Tempel der Kali besucht, wo gerade geopfert wurde. Im Akkord wurden Ziegen ausgesucht, bezahlt und enthauptet - alles voll mit Kadavern, Blut und Whiskey (den die Inder ueber die offenen Haelse giessen). Im Inneren des Tempels draengeln und schlagen sich die Leute, um einen kurzen Blick auf die Kali-Statue in einer Nische zu erhaschen - pures Chaos - und natuerlich gibt es auch ein getuerktes Spendenbuch, um die Touris abzuziehen. Sonst sind wir viel durch die Strassen Kolkatas gewandert. Alle dichtbevoelkert von den Menschen, bunt von den Geschaeften und schattig (nicht kalt) von den praechtigen Kolonialbauten. Und gestern Abend hatten wir einen weiteren tieferen Einblick in die "dunkleren" Ecken der Stadt. Durch das Rotlichtviertel mit schulterfreien jungen Inderinnen (oft sind Kleider auf der Strasse Bauch- oder Rueckenfrei, aber nie Schulter oder Knie) sind wir zum Hooghly-Fluss und zu den Krematorien am Ufer, wo gerade eine Leichenverbrennung stattgefunden hat. Den ganzen Abend haben wir dort mit den Leichenbestattern verbracht, die hier wohnen, um einen 24/7 Service anbieten zu koennen (Tote muessen dem Glauben nach innerhalb von 24h verbrannt werden).

Heute Abend nehmen wir einen Zug nach Puri - 9h die Kueste runter - um schrittweise in den Sueden des Landes zu gelangen. Mit dem Kauf der Tickets waren wir gestern - dank Buerokratie-Wahn und im Hotel vergessenem Reisepass - den ganzen Tag beschaeftigt.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Pai, Chiang Dao & Bangkok (30.01. - 04.02.2010)

(N-)Thailand

3 Tage waren wir von Chiang Mai aus noch im weiteren Norden Thailands mit dem Roller unterwegs. Hoch in das ehemals ruhige Kuenstlerdoerfchen Pai, das nach einem Bauboom 2006 und einem Thai-Film 2009 mittlerweile gleichermassen von westlichen und thailaendischen Touristen ueberlaufen ist. Trotzdem bietet das Umland des Bergstaedtchens immer noch eine wunderschoene Berg- und Flusslandschaft.

Chiang Dao haben wir nur fuer eine Nacht besucht. Einsam haben wir in einer leeren Bungalowanlage mit Panoramablick auf den Nachbarberg genaechtigt. Bis auf ein paar wenige Auswanderer, die das vollgestopfte Thailand meiden wollen, sind Westler hier sehr rar gesaet.

Gestern sind wir dann mit dem Nachtbus zurueck nach Bangkok (mittlerweile der 4. Besuch), wo wir jetzt noch eine Nacht haben, bis wir morgen Nachmittag den Flieger nach Kalkutta nehmen. Weitere News gibt's dann aus Indien...

Sonntag, 24. Januar 2010

Chiang Mai (22.01. - ??.01)

N-Thailand

Mit dem Morgenflug sind wir von Yangon zurueck nach Bangkok und haben gleich den Nachtzug nach Chiang Mai hoch genommen (14h im Schlafwagen). Am 01.02. koennen wir unser Indien-Visum in Bangkok abholen und dann nehmen wir den erstbesten/billigsten Flug nach Indien (hoechstwahrscheinlich Kalkutta).

Hier in Chiang Mai haben wir uns mit Volodia aus Frankreich getroffen, den wir im Oktober auf den Gili-Islans in Lombok/Indonesien kennengelernt haben. Und mit ihm und seinen Freunden verbringen wir jetzt ein paar ruhigere Tage - nach dem ganzen Reisestress in Myanmar (wenig Zeit, viel zu sehen) sehr willkommen.

Back in Yangon

coming soon..

Hpa-An

coming soon..

Mawlamyine

coming soon..

Mandalay

coming soon..

Bagan (04.01. - 08.01.2010)

Central Myanmar (Burma)

Ein Kleinbus mit viel zu engen Sitzen und viel zu vielen Passagieren sammelt uns vor Sonnenaufgang in 'Nyanung Shwe' am Inle-Lake auf und setzt uns vor Sonnenuntergang in 'Nyaung U' in der Bagan-Ebene ab. Hier gilt es 10 US-Dollar an die Regierung zu entrichten, mancher Regimebeitrag laesst sich leider nicht vermeiden. Denn die 42 qkm grosse Ebene von Bagan ist die groesste Flaeche von buddhistischen Tempeln, Pagoden, Stupas und Ruinen weltweit. Verschiedene Koenige verfielen vor allem im 11. und 12. Jh. scheinbar dem Wahnsinn und liessen insgesamt 13.000 Prachtbauten auf der Ebene errichten, wobei die dabei verschlungen Staatsgelder sicherlich ein Grund fuer die Niederlage gegen die Mongolen im 13. Jh. waren. Heute uebrig sind an die 2.200 dieser buddhistischen Bauten, die nicht dem UNESCO-Weltkulturerbe angehoeren, da sie zum Teil “unhistorisch” restauriert und wiederaufgebaut wurden (vor allem nach diversen starken Erdbeben).

Vielleicht historisch, bestimmt aber unmenschlich sind die neuen breiten Strassen mit den rot-weiss-gestreiften Bordsteinen entstanden, die die steppenartige Ebene durchziehen und den Transport von Touristenmassen ermoeglichen: Zwangsarbeiter (auch Kinder) mussten hart schuften. Dazu kam, dass man die Bewohner des Ortes Bagan ('Old Bagan'), der an den 'Ayerwaddy'-Fluss grenzt, schlichtweg auf ein trockenes Weideland ein paar Kilometer weiter ('New Bagan') zwangsumgesiedelt hat.


Inle-Lake (01.01. - 04.01.2010)

Northeastern Myanmar (Burma)

Die eiskalten Naechte des 3-Tages-Treks sind vorueber. In 'Nyanung Shwe' am noerdlichen Ende des Inle-Lakes ist es nachts nicht mehr ganz so kalt, vor allem aber haben wir wieder ein Bett in einem Zimmer mit einem Bad mit heissem Wasser. Unsere Trekkinggruppe bleibt erstmal vollstaendig ein paar Tage hier und so unternehmen wir zum Teil gemeinsam Ausfluege und gehen Abends zusammen essen. Das touristische Staedtchen (man muss 3 Dollar an die Regierung abdruecken, um ueberhaupt hier sein zu duerfen) bietet nicht allzu viel – die ueblichen Tempel, Pagoden und Buddhastatuen eben. Mit dem Rad erkunden wir Stadt und die benachbarten kleinen Doerfer in herrlicher Umgebung und besuchen die jungen Moenche in einem komplett aus Teak-Holz gebauten Kloster.

Traditionsgemaess sollte jeder Burmese 2x in seinem Leben eine gewisse Zeit im Kloster verbingen um die Lehren Buddhas zu lernen. Allerdings erfuellen die meisten diesen Brauch mit ein paar Tagen und die der Grossteil der jungen Moenche rekrutiert sich wohl aus Waisen und Obdachlosen oder aus ambitionierten Buddha-Anhaengern. Arbeiten duerfen die Moenche nicht - sie sollen ihre Zeit zum Lernen und Lehren nutzen - und so ziehen sie am fruehen Morgen in langen Schlangen mit ihren Gabentoepfen durch die Strassen. Eigentlich sollen sie auch keinen Sport betreiben und natuerlich auf gesundheitsschaedigende Mittel wie Nikotin, Koffein und Alkohol verzichten. Trotzdem sieht man manchmal Jungs in weinroten Roben dem Ball hinterherjagen oder aeltere Moenche in Teestuben sitzen und quatschen, waehrend sie genuesslich an selbstgebauten Zigaretten ziehen. Die Moenche sind in Burma einerseits omnipraesenter und integrierter Teil der Gesellschaft und andererseits dann und wann sehr gefragte Meinungsbildner und Ratgebende. Generell gesehen, stehen sie auf der Gegenseite der Militaer-Junta, drehen zum Protest ihre Gabenschuesseln um (was im Buddhismus ein ultimatives Zeichen ist, da nur gutes Karma sammeln kann, wer ihnen Gaben spendet) und fuehren friedliche Demonstrationen gegen die Regierung und ihre Entscheidungen an. Moenche schlaegt man nicht, und wenn man es tut, bringt man das ganze empoerte Land gegen sich auf – was z.B. 2007 passierte, als die Regierung die Kraftstoff-Subventionen restlos strich und schlagartig alles teurer wurde (damals wurde auch der japanische Fotograf auf offener Strasse erschossen). Leider nur ist der Regierung die Empoerung des eigenen Volkes ziemlich egal – wer auch nur ein Sterbenswoertchen sagt, hat gute Chancen denunziert zu werden und fuer 15 Jahre in Arbeitslager oder Gefaengnis zu verschwinden.

Soviel zu ein paar Dingen, an die man als Tourist natuerlich gar nicht denken sollte, von denen man eigentlich gar nicht wissen sollte, ginge es nach der Regierung. Brav das Land besuchen, teuere Regierungshotels bewohnen, Zug fahren (Regierungsgeschaeft), Fliegen (Regierungsgeschaeft) und allen Freunden erzaehlen, wie toll es ist, damit die auch noch ein paar Dollar in Regierungskassen pumpen, wobei die hauptsaechlich durch das Verscherbeln der vielen Rohstoffe des Landes an wohlgesinnte Regierungen gefuellt werden. Aber das Land ist toll und wuerden wir es nicht bereisen und erleben, waere Burma fuer uns nur eines der vielen Laender auf der Welt, in denen einiges schief laeuft, ohne genau zu wissen was und somit ohne wirkliches Interesse daran zu haben.

Den Inle-See selbst, auf dessen riesiger Flaeche ein Haufen Menschen wohnt, lebt und arbeitet, schauen wir uns auf einer eintaegigen Bootstour an. Im Sueden sind ganze Staedte mit ansehnlichen Wohnhaeusern, Stromleitungen und Schulen auf Stelzen ins Wasser gebaut und die Menschen bewegen sich ganz natuerlich in Booten (beziehungsweise eher ausgehoehlten Holzstaemmen) vorwaerts, waschen sich im und trinken aus dem See. Lange Auslaeufer ziehen sich zu den einzelnen Doerfern am suedlichen Festland, wo die Menschen unter einfachsten Verhaeltnissen verschiedenen Handwerken nachgehen und in denen abwechselnd der regionale Markt stattfindet. Dazwischen immer wieder Tempel und Pagoden, die entweder verwittert oder frisch geweisselt die burmesische Landschaft mit ihren goldenen Spitzen vervollstaendigen. Touristisch ist der See sehr gut erschlossen – er gehoert zu den Hauptattraktionen des Landes – und so besuchen wir leider auch Touristenrestaurants (vollgestopft mit Pauschalreisegruppen), Webereien und Silberschmieden, wo von uns erwartet wird, uns mit Souvenirs einzudecken.


Kalaw & Trek zum Inle-Lake (29.12.2009 - 01.01.2010)

Northeastern Myanmar (Burma)

Da wir wissen, dass wir noch 1,2 mal nach Yangon zurueckkommen werden, und uns der Sinn wieder mehr nach Natur steht, nehmen wir bald einen Uebernachtbus in das kleine Bergdoerfchen Kalaw, von wo aus wir zum Inle Lake trekken wollen. Yangon's Busterminal liegt 45min Taxifahrt ausserhalb des Zentrums und gleicht mehr einem riesigen Schrottplatz. Zwischen dem bunten Treiben aus Taxis, Markt, Garkuechen und Ticketschaltern stehen ueberall Wracks herum, die nach und nach ausgenommen werden, um die restlichen Busse ein paar weitere Wochen lang fahrtuechtig zu machen. So schlecht ist unser Bus dann aber gar nicht und dank der gutausgebauten Strassen vorbei an der neuen Hauptstadt (in der mitten in der Nacht wirklich jede Gluehbirne brennt) haben wir eine ruhige Fahrt. Schlaf-stoerend ist nur der laute Fernseher, der burmesisches Theater und amerikanische Actionfilme zeigt, sowie die regelmaessigen Checkpoints. Myanmars Regierung will wissen, wohin das Volk und die Touristen reisen, und so muessen wir oefters in die kalte Nacht raus und unsere Paesse vorzeigen.

Nichts leichter als in Kalaw mitten in der Nacht um 3:00 Uhr einen Guide fuer die 3-Tages-Tour zum Inle-Lake aufzutreiben. Jimmy liest uns auf der Hauptstrasse auf, nachdem uns der Bus dort muede und mitsamt Gepaeck abgesetzt hat. Die indischen Besitzer (viele Inder kamen damals mit der britischen Armee ins Land) unseres Guest Houses sind darueber nicht so erfreut, da die beiden Soehne (Rambo & Harry) ebenfalls Tourguides sind, und so fluestern sie uns am Lagerfeuer, dass Jimmy mit der Regierung zusammenarbeiten und morgens das Essen der Moenche stehlen wuerde. Natuerlich totaler Quatsch, aber der Konkurrenzkampf ist gross und auch Jimmy laesst ein paar Kommentare in die Gegenrichtung los. Wir bleiben nur einen Tag in dem Bergstaedtchen, wo es bitterkalt wird sobald die Sonne untergeht, um auf ein paar Leute aus Yangon zu warten.

Am 30.12. startet unser 9er-Trupp seine Wanderung zum 30km entfernten Inle-Lake – 3 BelgierINNEN, 1 Hollaenderin, 1 Kanadier, der in Kalifornien lebt, 1 Englaender, der in Sydney lebt, Jimmy und wir. Natuerlich nehmen wir nicht die Strasse sondern kleine – teils sehr zerfurchte und staubige – Wege, die sich bergauf, bergab durch die Huegel ziehen. Der 3-Tages-Trek ist eine feste touristische Institution und so sind Restaurants auf dem Weg auf unser Kommen vorbereitet und wir begegnen ein paar anderen Trekking-Gruppen. An einem laendlichen Bahnhof machen wir unsere letzte Pause des Tages und haben Glueck, dass gerade ein Zug einfaehrt und wir das einsetzende Treiben beobachten koennen. Dutzende Verkaeufer stroemen an die offenen Fenster des antiken Zugs und bringen Essen, Trinken und Blumen unter die Passagiere. Da das Schienennetz in Myanmar mindestens so antik wie die Zuege selbst ist, dauern Zugfahrten meist doppelt so lange wie die ebenfalls langsamen Busfahrten, und sind scheinbar so holprig, dass man nicht mal ein Buch lesen kann. Obwohl sich die Zuege gemuetlich durch idyllische Landschaft schlaengeln, haben wir's nie ausprobiert, da das Geld fuer die ueberteuerten Touristen-Tickets in die Taschen der Generaele wandert.

Die erste Nacht verbringen wir in einem nahen Dorf, in dem mit deutschen Hilfsmitteln ein Gaestehaus errichtet wurde. Den Abend ueber waermen wir uns am Lagerfeuer auf, zum Schlafen wickeln wir uns zitternd in mehrere dicke Decken. Wie angenehm, als wir am naechsten Morgen wieder aufbrechen und die Sonne langsam an Hoehe und Waerme gewinnt. Mit zwei weiteren Reisegefaehrten (1 Deutsche, die in Hong Kong lebt und 1 Argentinier, der ein Guest House auf Ibiza hat) geht's den ganzen Tag weiter durch Reis- und Chili-Plantagen und ein paar einfache Doerfer, wo uns die Kinder schon erwartungsvoll begruessen. Abends erreichen wir das Kloster auf einem bewaldeten Huegel, in dem wir die Silvesternacht verbringen werden. Im Hauptgebaeude hat man uns und anderen Wandergruppen mit Vorhaengen abgetrennte Matratzenlager hergerichtet - dahinter die Buddha-Schreine und betenden jungen Moenche. Nach Koerperpflege mit eiskaltem Brunnenwasser und Abendessen halten wir uns mit Whiskey, Rum und gruenem Tee warm und wach, bis wir es am Lagerfeuer knapp ueber den Jahreswechsel nach burmesischer Zeit schaffen.

Noch ein halber Tagesmarsch, dann haben wir's fast geschaft. In einem Dorf, das an einem der langen Auslaeufer-Fluessen im Sueden des Inle-Lakes liegt, steigen wir in eines der typischen flachen Boote um. Nach einer knappen Stunde Bootsfahrt erreichen wir die grosse Weite des 22km langen Sees und haben eine weitere Stunde bis nach 'Nyaung Shwe' – der Touristenstadt im Norden.


Yangon (26.12. - 28.12.2009)

Irrawaddy, Myanmar (Burma)

Hier in Yangon beginnt unsere 28-taegige Myanmar-Reise und die ersten Kilometer in einem sehr alten Kleinbus zu unserem Hotel, dem 'Motherland Inn 2', der noch dazu mit Motorschaden liegenbleibt, lassen uns gleich in eine bisher fremde Welt eintauchen. Yangon hiess frueher Rangoon (der britische Name) und war bis 2005 die Hauptstadt des Landes. Dann haben die Generaele beschlossen, sich eine prunkvolle neue Hauptresidenz (Naypyidaw) mitten ins Nirgendwo bauen zu lassen. Aber Yangon ist mit mehr als 5 Mio. Einwohnern immer noch die groesste Stadt des Landes und Wirtschaftszentrum.

Die Stadt versprueht einen ganz besonderen und irgendwie morbiden Geist. Die Strassen sind voll von britischen Kolonialbauten, die die Regierung aus Trotz dem Zahn der Zeit ueberlaesst. Ueberall sind tausendfach abgezweickte Stromleitungen in allen Himmelsrichtungen ueber die (kleineren) Strassen gespannt, wobei die staatliche Stromversorgung sehr inkonsequent ist, denn 24/7 Strom haben in diesem Land nur die neue Hauptstadt und ein paar Orte mit wichtigen Industrien. Vielmehr ist Yangon die dunkelste Grossstadt, die wir je gesehen haben. Anstatt von Laternen werden die Strassen von den vielen kleinen batterie- oder Generatorbetriebenen Lampen der Shops, Staende und Restaurants diffus beleuchtet. Der typische Sound dieser Stadt ist das Rattern und Brummen tausender Generatoren. Fuer eine asiatische Stadt sehr untypisch ist das Fehlen jeglicher Motorroller/-motorraeder - die hat die Regierung einfach kurzerhand verboten, weil es zu viele Unfaelle gab. Den Transport der Einwohner uebernehmen stattdessen Massen von schrottreifen Bussen und Pick-Ups. Die einzigen Autos, die hier nicht mindestens 20 Jahre alt sind und in Europa eine geringe Chance haetten, zugelassen zu werden, sind die Diplomatenwagen (meist aeltere Mercedes-Modelle). Die Botschaften und auslaendischen Vertretungen sollten nicht in die neue Hauptstadt mit umziehen, denn da wollen die Generaele unter sich sein. Staatsdiener hingegen wurden unter Androhung von langen Gefaengnisstrafen gezwungen, mitsamt ihrer Familien umzuziehen.

Unser erster Tag in diesem Land und dieser Stadt ist ein Samstag und zusammen mit einem Schweizer stolpern wir spontan in das Nachtleben. Ueber einen Aufzug gelangen wir auf einen Dach-Biergarten mit Karaoke-Buehne und einem Dutzend weiss-hemdiger Kellner. Zwischen den Gesangsdarbietungen ueber eine kraechzende Sound-Anlage findet hier jeden Samstag eine Modellshow statt. Gruppen junger aufgetackelter Maedels praesentieren unsicher verschiedene (natuerlich nicht sehr freizuegige) Modeschoepfungen. Die einheimischen Maenner sitzen derweil im Dunkeln an den mit Whiskeyflaschen bestueckten Tischen und geniessen den Anblick - mehr an oeffentlicher Erotik gibt es wohl nicht in Myanmar. Wer will, kann einem der Maedels eine Blumenscherpe oder einen -kranz kaufen (3-5 USD), der dieser dann unter Applaus ueberreicht wird. Das beschenkte Modell bekommt einen Teil des Geldes und setzt sich als Gegenleistung fuer ein paar Minuten an den Tisch des Spenders. Im 2. Stock des Gebaeudes statten wir danach der Disco einen Besuch ab. Der laengliche Raum ist dunkel und nur Tanzflaeche und DJ-Kanzel sind bunt beleuchtet. Waehrend das DJ-Duo enthusiastisch grausame Pop-Techno-Mixes (etwa eine Technoversion Celine Dion's Titanic-Songs) auflegt, tanzen gerade mal 2-3 Maedels auf der leerenTanzflaeche. Hier geniessen sie die Freiheit, zu rauchen, Bier zu trinken und ihre T-Shirts unter ihre BH's zu stopfen. Wieder sitzen die wenigen anderen maennlichen Gaeste Whiskey-trinkend im Dunkeln und beobachten das Treiben. Und auch hier gibt es rausgeputzte Kellner, die einem als persoenlicher Getraenke-Besorgunger und Unterhalter zur Verfuegung stehen. Sehr skurril das alles..

Mittwoch, 20. Januar 2010

News: (Fast) 28 Tage in Myanmar

Unsere 4 Wochen im wunderschoenen Myanmar sind fast vorbei. Die Nacht
auf morgen werden wir (hoffentlich schlafenderweise) in einem
unklimatisierten Bus nach Yangon verbringen, wo wir dann noch einen
vollen Tag haben. Am Morgen des 22. Jan. fliegen wir zurueck nach
Bangkok, ordern unser Indien-Visum und werden noch eine Woche nach
'Chiang Mai' oder 'Pai' im Norden schauen.

Von Thailand aus gibt's dann wieder mehr Gruesse, Neuigkeiten und Fotos!


Mittwoch, 6. Januar 2010

News: Das neue Jahr in Burma

Ein Hallo in die freie Welt hinaus! Nur mit Tricks kann man hier
Kommunikationsmittel wie Email, Facebook, Blogs etc nutzen. Ausserdem
sind Internetcafes eher rar gesaet und ultra langsam. Deswegen mal ein
schneller Gruss von uns aus Bagan!

Bagan ist eine Ebene, die im 11. und 12. Jahrhundert von verschiedenen
Koenigen mit etwa 4400 Tempeln verschoenert wurde. Mittlerweile sind
einige natuerlich mehr Ruine als Tempel, trotzdem sieht man (und zwar
wirklich) "soweit das Auge reicht" Tempel aus der Erde ragen.
Unglaublich!

Ueber Silvester waren wir, wie angekuendigt, 3 Tage wandern und sind
in einem Kloster in den Bergen ins neue Jahr rueber gerutscht. Danach
waren wir ein paar Tage am Inle-Lake, einem sehr grossen See, auf dem
ein Haufen Menschen in Stelzenhaeusern wohnen. An diesen Orten war es
nachts bitterkalt und wir hatten einen Eindruck von eurem Wetter
zuhause - nur dass unsere Haeuser weder abgedichtet noch beheizt
waren. Hier in Bagan ist es zum Glueck ein wenig waermer und in
Mandalay - unserem naechsten Stopp - bleibt es dann auch nachts bei
sommerlichen Temperaturen.

Burma ist der Hammer; so reich an Kultur und voll mit netten Menschen,
die ihr schweres Los mit Wuerde tragen. Sie sind eben groesstenteils
Buddhisten (und zwar sehr glaeubige) und sehen ihr aktuelles Leben als
Bestrafung fuer Suenden im vorherigen. Harte Ansicht, aber es hilft,
die Situation anzunehmen und sein Leben positiv zu sehen.

Es wird bestimmt wieder dauern, bis ihr wieder was hoert von uns.
Spaetestens am 22.01. - da kommen wir wieder in Bangkok an. Macht euch
keine Sorgen, Burma ist das wohl sicherste Land Sued-Ost-Asiens und
uns wird nur was passieren, wenn wir oeffentlich gegen die Regierung
wettern wuerden ;-)