Dienstag, 15. September 2009

Sanur & Padangbai (13.09. - 18.09.2009)

Bali, Indonesia

Sanur (13.09. - 14.09.2009)
Mit dem Morning-Boat um 8:00 sind wir am 13.09. wieder nach Sanur zurueck geschippert. Komischerweise sind wir dabei am Strand von Sanur aufgelaufen und mussten die letzten Meter abgeschleppt werden (eigentlich faehrt der Captain die Strecke doch jeden Tag?), waehrend die Wellen auf und in unser Boot gebrochen sind. Das ganze Schauspiel wurde von hunderten Indonesiern beaeugt und dirigiert (jeder wollte die richtigen Anweisungen geben), die alle im selben Stueck Wasser rumgeplanscht und ihren freien Sonntag verbracht haben. Das ist die indonesische Art, baden zu gehen: Ist der Strand auch noch so lang und leer - alle Grossfamilien tummeln sich zusammen auf einem kleinen Stueckchen wie die Sardinen -> sehr gesellschafts-orientiert eben.

Wir wollen nur eine Nacht in Sanur bleiben, um in Ruhe zu ueberlegen, wo es als naechstes hingehen soll und welche Art von Gefaehrt wir diesmal benutzen wollen. Wie schon Ubud, ist der Ort ziemlich Touri und man gruesst besser keinen auf der Strasse, weil man sowieso nur nach 'Taksi' und 'Transport' gefragt wird (was natuerlich auch ohne Gruessen alle 10 Meter passiert). Es gibt eine sehr lange Touristen-Strasse names 'Jalan Danau Tamblingan', an deren Anfang wir uns im 'Ida Inn' einquartieren und die wir einmal ganz entlang laufen. Alles ist vollgestopft mit Restaurants, Sports Bars und ganz vielen tollen Laeden. Jeder hat das Beste der Stadt (oder sogar Bali's) zu verkaufen - "we have the coldest beer in town..." jaja schon klar! Die meisten Sachen gehoeren irgendwelchen ausgewanderten Auslaendern und werden von Balinesen bewirtschaftet, was glaube ich sogar Vorschrift ist. Vor allem ziemlich viele Rentner bewohnen die Stadt und lassen sich immer von den ach so suessen Damen der Restaurants und Bars bewirten (die mit dem groessten Vorbau steht meistens an der Strasse, um die Leute zu catchen - "Nein danke, wir wollen nichts trinken!"). Also insgesamt eine ziemlich schreckliche Stadt fuer unser Empfinden. Auch der groesste Teil des Strandes ist mit Sternehotels zugebaut, deren Pauschal-Touris lieber am hauseigenen Pool als am 10m entfernten Strand abhaengen - da ist das Wasser wenigstens sauber, gell, und ne Touristenpolizei gibt's auch, damit ja kein Indonesier, der nicht im Hotel arbeitet, das Grundstueck betritt.

Naja, wir nutzen die Zeit zum Ueberlegen und entschliessen uns nach Padangbai, dem Haupthafen fuer die Schiffe nach Lombok im Sued-Osten Bali's, weiterzureisen.

Padangbai (14.09. - 18.09.2009):
Ueber Ubud geht's am naechsten Tag in insgesamt 2h in einem ueberteuertem Perama-Touri-Bus nach Padangbai. 'Perama' ist der groesste Reiseveranstalter Indonesiens und hat so ziemlich in jeder groesseren Stadt ein Buero mit Shuttle-Bus-Vermittlungen zu den anderen Staedten (fuer die Qualitaet der Busse sind die Preise jedoch - wie gesagt - stark ueberteuert und Taxifahren ist ab 2 Personen meist billiger). Schlimmer noch: Auch 'Perama' bietet eine 4-taegige Reise mit dem Boot von Lombok nach Flores ueber die Komodo Islands an - was wir gerne machen wuerden - beschreibt im Prospekt jedoch: "...Anschliessend Besuch eines traditionellen Dorfes auf Sumbawa, das von Perama gerade zu einem Touristen-Spot ausgebaut wird." HALLO?! Wie traditionell kann es da wohl sein - unglaublich wie die Touristen drauf sein muessen, die das ganz toll finden!

Aber genug geschumpfen. Als wir in Padangbai aus dem Bus steigen, werden wir sofort von einem Haufen Jungs belagert, die uns alle in ihrem besten Homestay der Stadt einquartieren wollen. Geht das schon wieder los! Bali ist schoen, aber uns bisher auf jeden Fall am unsympatischten. Das Problem ist einfach, dass es hier zu viele Touristen gibt, die nach Meinung der Einheimischen natuerlich alle Geld schei.... und jeder will halt was vom Kuchen abhaben. So laeuft das nunmal mit dem Tourismus... die Malukken und Sulawesi waren einfach spannender und echter zu bereisen.

OK, jetzt ist genug. Wir checken im 'Padangbai Beach Inn' ein und beziehen einen 2-stoeckigen Bungalow aus Bambus und Stroh. Ein vielleicht 10-jaehriges Maedchen zeigt uns alles und verhandelt ganz Geschaeftsfrau mit uns ueber den Preis. Eigentlich wollten wir im 'Topi Inn' am Ende des kleinen Ortes einchecken, das ein Hollaender wirklich superschoen und mit hervorragender Kueche aufgebaut hat - aber da gibt es nur ueberteuerte Minizimmerchen mit duennen Bambuswaenden. Trotzdem wird das 'Topi Inn' zu unserem Stammplatz, weil wir ein paar andere Deutsche kennenlernen, die dort wohnen, und mit ihnen und einer Schweizerin die meisten Abende verbringen. Das Plaetzchen ist wirklich super gemuetlich, das Essen zwar teuer weil Bio aber so lecker (Spaghetti al dente (gibt's hier nicht oft) mit Sahne-Pilze-Baracuda-Sosse) und die junge Crew von Indonesiern ist superwitzig drauf. Ausserdem gibt's im oberen Stockwerk ein Internetcafe mit Blick auf's nahe Meer..

Der Strand des Ortes ist zwar einigermassen schoen (im Vergleich zu den paradiesischen Straenden, die in den letzten Monaten unseren Standard darstellen) aber voll mit Fischer- und Tauchschulbooten. Der Strand der oestlichen Nachbarbucht (Blue Lagoon Beach) ist schoener, aber voll von Touris und Verkaeufern. Bleibt noch der Strand in der westlichen Nachbarbucht, der unterhalb einer wegen Korruption abgebrochenen Grossbaustelle liegt, doch das schoenste Ambiente bietet. Ins Meer kann man zwar nur mittig gehen, weil die Wellen relativ gross hereinbrechen und einen sonst gegen die Felsen druecken wuerden, aber zum Abkuehlen reicht das ja.

Trotz der geldgierigen Polizei Bali's, die uns fuer unsere fehlende 'International Driving License' erstmal 100 USD abknoepfen wollen wuerde (die meisten zahlen dann 50.000 Rph / 3,50 Euro) leihen wir uns zusammen mit 3 Magdeburgern einen Tag einen Roller aus und befahren das oestliche Ende der Insel. Durch's Landesinnere geht's zuerst die Huegel hinauf in einen von Reisfeldern umgebenen Ort mit Wassertempel, den vor vielen vielen Jahren irgendein schwimm-verrueckter Koenig dort aufgebaut hat und der heute noch ein oeffentliches Schwimmbecken beheimatet. Naechster Stop ist Amed an der noerdlichen Kueste Bali's, wo wir erstmal an den unspektakulaeren Stramd fahren, wo uns eine Schar Kinder mit Muscheln verziehrte Doeschen verkaufen wollen und nicht locker lassen. Vera hat die rettende Idee und gibt den Kiddies unsere Kekse, mit denen sie sofort abruecken und erstaunlicherweise gerecht unter sich aufteilen. Im Shop nebenan (alle indonesischen Strassenshops, die wir bisher gesehen haben, sehen gleich aus und haben in etwa das selbe Sortiment auf selbe Art und Weise angeordnet) will Vera den Kindern noch ein paar der von der Decke haengenden Bonbontueten kaufen. Das kleine Maedchen des Shopbesitzers verplappert sich und nennt den wahren Preis von 400 Rph (2-3 Cent) - ihr Papa wollte zuerst das 5-fache. Auch die Bonbons teilen die Kleinen wieder ganz gerecht unter sich auf, bedanken sich artig und ziehen von dannen. Zurueck nach Padangbai geht's 3h die stellenweise sehr schlag-loechrige Kuestenstrasse entlang, vorbei an wunderschoenen einsamen Straenden und durch kleine Doerfchen mit freundlichen touristen-unverwoehnten Menschen.

Hm, und dann sind da noch diese beiden Reggae-Bars mit den Bob-Marley-Rasta-Indonesiern, die wohl den ganzen Tag Arak (Reisschnaps) saufen und sich vielleicht ein paar magische Pilze reinhauen (mit Kiffen ist hier ja gar nicht zu spassen) und den ganzen Abend einfach total strack sind. Natuerlich laeuft Reggae (solange es Strom gibt, sonst wird selbst gesungen) und die Gaeste werden mit Fragen der Menschheit geloechert, die an die Waende geschrieben sind ("Warum sind Frauen eifersuechtig, Maenner nicht", "Warum sind Frauen stark und Maenner nicht", etc - allerdings haben die Jungs schon Antworten parat, die flacher nicht sein koennten).

Bilder unter: http://www.getdropbox.com/gallery/198087/1/09-09%20Padangbai?h=761b47

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Mir isses nur recht, dass man in einer 100m-Bolt-WM-Zeit die Texte lesen kann ... :)
Grüße aus dem kalten Deutschland (der Herbst beginnt)

Grüße Johnny

Anonym hat gesagt…

Hallo Ihr Beiden, Sie haben Post! Genießt Eure Zeit und happy Inselhopping. Viele Grüße und alles Gute, Heiko

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