Montag, 24. August 2009

Pantai Bira (25.08. - 31.08.2009)

South-Sulawesi, Indonesien

Bira ist ein kleiner Ort an der Suedspitze Sulawesis und liegt etwa 5 Autostunden
(die wir mal wieder mit Kijang - sprich Private Car - und Bemo bewaeltigt haben) von Makassar entfernt. Zwischen dem Dorf Bira und dem Meer liegt dann Pantai Bira, also Pantai fuer Strand, also quasi der Touri-Ort, abgetrennt durch ein Tor mit Willkommensgruessen in verschiedenen Sprachen. Da fuehrt dann eine 1km lange Strasse zum Strand, die vollgestopft mit Homestays, Bungalows, Restaurants und Shops ist. Wo wir also auf unserer letzten Station - in Tana Toraja - zum ersten Mal auf unserer Reise mehr als 10 Touristen auf einem Fleck gesehen haben, steht uns hier wohl noch mehr bevor, vor allem, weil der Ort auch bei den Indonesiern beliebt ist.

Aber zu unserem Glueck ist der Ort eher wie ausgestorben, weil die Indonesier zum Grossteil gerade fasten (Ramdan), weil sie ja zum Grossteil Muslime sind und deswegen zum allergroessten Teil auch gerade nicht in den Urlaub fahren.

Wir checken in einer Bungalow-Anlage auf den Klippen (also etwa 5 Meter hoch) ueber dem Meer ein, die auf jeden Fall schon bessere Zeiten gesehen hat, aber mit dem gebotenen Meerblick immer noch viele Touristen anlockt, die die ueberteuerten Preise zahlen. Treppen fuehren auf die mit schimmligen, verrosteten oder morschen Gartenmoebeln edel verziehrte Terasse, die dem loechrigen und abgenutzten Wohnraum inklusive stinkendem Etwas von Bad vorgesetzt ist. Aber der Ausblick! Nicht nur wir geben uns damit zufrieden.. Der Service ist auch eher mau, weil die Jungs, die das Ding hier am Laufen halten, eigentlich nie da sind (einer ist immer im Mandi = Bad wenn man nach ihm fraegt) und eines Morgens gibt es keine Spiegeleier wie sonst, weil die Eier aus sind.. -> der naechste Shop, der das indonesische Grundnahrumgsmittel Ei verkauft ist etwa 45 Sekunden Fussweg entfernt. Naja, aber die Aussicht, direkt am Meer und man kann ueber Treppen einfach reinspringen ins 'kuehle' Nass. Wir bleiben und die anderen auch..

Unsere Tage hier in Pantai Bira verbingen wir relativ faul, vor allem weil die Sonne ab mittags so runter brennt und Aktivitaeten mit koerperlicher Anstrengung erst wieder 2 Stunden vor Sonnenuntergang zulaesst. Mit 3 anderen Deutschen fahren wir auf die gegenueberliegende kleine Insel 'Namen grad vergessen' zum Schnorcheln und Fisch-Essen (hier werden auch schoene bunte Tuecher gewebt/gewoben, fuer die die Leute hier -> Bugis <- neben ihrem hervorragenden Ruf als Bootsbauer und Segler bekannt sind. Wir wandern den ungefaehr 2km langen Oststrand entlang, wandern zum Weststrand, schauen uns ein Doerfchen an, in dem Boote gebaut werden, wandern auf den Huegel, auf dem es einen Haufen Affen geben soll, ohne einen von ihnen zu Gesicht zu bekommen, schauen uns die Sonnenuntergaenge an und geniessen das Meer.

Essen gibts immer in Rahman's Warung (=Restaurant, mehr Stand als Haus), der als so ziemlich einziger im Ort trotz Ramadan ganztagig geoeffnet hat und mit uns und den anderen Touristen bestimmt ein Vermoegen macht. Vor allem Abends und zum Biertrinken ist sein Warung jeden Tag voll.

Es ist wunderschoen hier, aber nach eine1 Woche gibts soweit einfach nichts mehr zu sehen und wir beschliessen, noch 1 Woche auf Bali zu verbringen. Die Inseln vor Pantai Bira, auf die wir eigentlich auch noch wollten, bieten laut anderer Touris auch nichts besonderes. Also nehmen wir uns wieder ein Kijang (=Private Car) nach Makassar und lassen uns zum Flughafen bringen, in der Hoffnung direkt einen Flug nach Denpasar/Bali zu bekommen.

Fotos unter: http://www.getdropbox.com/gallery/198087/1/08-09%20Pantai%20Bira?h=83a053

Freitag, 21. August 2009

Makassar, mal wieder (23.08. - 25.08.2009)

South-Sulawesi, Indonesien

Der Litha-Nachtbus von Rantepao nach Makassar war luxurioes, hat mich jedoch (in Verbindung mit dem TOP-Zustand der oertlichen Strassen, der hervorragenden Sicht auf das Geschehen in der ersten Reihe und etwas Essbaren, das meinem Magen scheinbar nicht bekommen ist) leider zum 2. Mal krank in Makassar ankommen lassen. Der Bus musste auf der Fahrt oefter mal fuer mich stehenbleiben und ich hab mir die Seele aus dem Leib geko...

Naja, nach einem Tag Bettruhe geht's mir heute (24.08.) wieder ganz passend, wobei ich mir Essen eher noch abstossend vorstelle. Na, da musste halt durch, ne..

Nachdem wir nochmal die westliche Rita Indah Mall hier in Makassar besucht haben und noch ein bisschen einkaufen waren, werden wir morgen ein weiteres Mal ein Private-Car nehmen und in den Sueden nach Pantai (Strand) Bira fahren. Dort und auf den vorgelagerten Inseln noch 2 chillige Wochen verbringen, bevor wir nach Bali und direkt raus nach Kuala Lumpur fliegen.

Samstag, 15. August 2009

Rantepao - Tana Toraja (17.08. - 22.08.2009)

South-Sulawesi, Indonesia

Die Anreise nach Tana Toraja von Bau Bau aus hat uns 2 anstrengende Tage gekostet. Zuerst in einem Speedboat 5h von Bau Bau nach Kendari, was an sich eine schoene Route nahe der Kueste ist - leider gibts keine Sitzplaetze an Deck, man sitzt eher wie in einem Flugzeug in 3er Reihen unter Deck und darf sich uebelste Karaoke oder tolle Actionfilme im Fernseher (Fast & Furious) anschauen. In Kendari dann eine Nacht pennen im Hotel Bintag (Bintag ist die einzige Biermarke, die wir bisher in Indonesien gesehen haben, heisst aber auch Stern -> schoen!) und am naechsten Morgen weiter zum Busbahnhof der haesslichen Wir-bauen-einfach-alle-Haeuser-an-eine-Hauptstrasse-Stadt. Dort erfahren wir, dass keine Busse am Busbahnhof abfahren, sondern entweder Bemos (die kleinen blauen Minibusse - da passen gern mal 20 Leute rein, wenn's sein muss) oder Private-Cars, sprich irgendwelche Jeeps/SUVs. In einem dieser SUVs fahren wir also nach ca 2h Wartezeit 4h lang ueber den Sued-Ost-Teil Sulawesis nach Kolaka. Der Fahrer nimmt auf der Strecke immer mal wieder neue Leute mit oder setzt andere ab und so entsteht ein reger Fahrgastwechsel, in dem er und wir die einzige Konstante bleiben. Der Beifahrersitz ist dabei oefters mal von 3 Leuten, die mittlere (unsere) und die Rueck- Bank von 5 statt 3 Leuten besetzt (plus ein paar Huehner eingequetscht im Kofferraum zwischen unseren Rucksaecken) - der Fahrer muss ja die Kosten wieder reinholen.. Naja, erschoepft kommen wir wieder abends in Kolaka an und uebernachten dort ein weiteres Mal. Schliesslich geht am folgenden Mittag ein weiteres Speedboat (diesmal mit ueberdachten Aussenplaetzen am Heck) in 3h rueber nach Siwa, vor dessen Kueste das Meerwasser mittels einer scharfen gezackten Linie zwischen tiefstblau und braun-grau getrennt ist. Mit einem Private-Car (diesmal alter Jeep) geht's nochmal 3h die Kueste hoch nach Palopo, wo wir bei Sonnenuntergang in unser letztes Gefaehrt nach Rantepao (nicht die Haupt-, aber die Touristenstadt Tana Torajas) umsteigen.

Das Gebiet Tana Toraja liegt im noerdlichen Teil Sued-Sulawesis und ist - eingerahmt von hohen Bergen - eine Welt fuer sich. Der Grossteil der Menschen hier sind Christen, die ihre Religion mit vielen Aspekten ihrer alten Tradition vermischen. Den christlichen Glauben merkt man hier an den vielen Kirchen (natuerlich gibt es auch Moscheen) sowie am Schweinefleisch und Bier auf den Speisekarten der staedtischen Restaurants. Der Tradition nach sind die Vorfahren der Tana Toraja-Bewohner damals von Indochina ueber den grossen Fluss in das Gebiet gekommen, weshalb die traditionellen Haeuser ein schiffsfoermiges Dach haben und auf Stelzen stehen. Vor allem aber haben die Bewohner hier eine traditionsreichen Totenkult, was die Gegend kulturell gesehen sehr spannend macht (auch landschaftlich ist es wunderschoen hier -> die Huegel der Berge sind gesaeumt von Reisfeld-Terassen und gespickt von grossen Felsbrocken, die Vulkane vor vielen vielen (vielen) Jahren durch die Gegend geschleudert haben). Jedes Jahr im Juli und August ist Funeral Season und die Familien der Verstorbenen veranstalten riesige Beerdigungsfeiern, um ihre Toten ehrenvoll zu verabschieden und das Familienglueck aufrecht zu erhalten. Viele Familien sparen ihr Geld 2-3 Jahre lang, um diese Feiern ausrichten zu koennen. Waehrend dieser Zeit werden die Toten im hinteren Raum der traditionellen "Schiffshaeuser" balsamierterweise aufgebahrt und wie Kranke behandelt, was bedeutet, dass immer mind ein Familienmitglied Wache haelt und dem "Kranken" Essen und Wasser gibt. Ausserdem besuchen andere Familienmitglieder den "Kranken" regelmaessig (nur dann verbreitet der Leichnam traditionsgemaess einen Geruch), reden mit ihm und wuenschen ihm gute Besserung. Wenn genug Geld angespart wurde und ein passender Termin gefunden wurde, findet (eben grossteils im Juli/August) eine riesige mehrtaegige (meist 3-6 Tage) Beerdigungsfeier statt, fuer die die Familie eigens Haeuser um einen Festplatz herum aufbauen laesst, die danach wieder abgerissen werden.

Wir haben so eine Beerdigungsfeier am wichtigsten Tag der Feierlichkeiten (dem Zeremonientag) im Sueden Rantepaos besucht - zusammen mit 2 Leuten aus Hamburg, unserem Tourguide und, wie wir dort angekommen feststellen mussten, etwa 200 anderen Touristen. Da die ausrichtende Familie wohl relativ wohlhabend ist, ging das Spektakel ganze 6 Tage lang auf einem riesigen Areal auf dem Huegel ueber einem Dorf. Von einer Enkelin des Verstorbenen wurden wir in eines der Gaestehaueser eingeladen (ueberdachte Boeden auf Stelzen) und bekamen suessen Tee, suessen Reis, Wasser und spaeter im Bambusrohr gegartes Schweinefleisch mit Reis serviert. Als Gegenleistung ueberreicht man ein Geschenk, was in unserem Fall aus einer Stange Zigaretten (in Indonesien immer super) und 5kg Zucker bestand, die unser Guide organisiert hatte. Gaeste, die wirklich etwas auf sich halten, bringen Schweine oder Bueffel (richtig teuer, minimum 10.000 Euro) mit, die dem Toten geopfert und von den Gaesten verspeist werden. An allen Ecken und Enden sieht man also Leute mit angeleinten Bueffeln rumstehen oder Schweine an Bambusrohre gebunden am Boden rumliegen. Diese Tiere werden auch mitten auf dem Gelaende geschlachtet, zerlegt und traditionsgemaess stueckchenweise im Bambusrohr ueber offenem Feuer gegart (etwa 1h lang). In einem grossen Kreis stehend erzaehlen Verwandte und Freunde tanzenderweise die Lebensgeschichte des Toten. Und irgendwann geht dann die Prozession los, in der der Tote in einem Miniatur-"Schiffshaus" einmal rund um das Dorf getragen wird und anschliessend im oberen Stockwerk des Zeremonienhauses aufgebahrt wird. In unserem Fall wurde das Totenhaus, angefuehrt von den Bueffeln und vielen alten Frauen, die den Toten an einem langen roten Tuch vor sich "herziehen", den Berg hinunter auf den Festplatz des Dorfes geschlittert und anschliessend wieder hoch getragen. Die Menschen sind dabei alle sehr gluecklich, beschmeissen den Toten mit allerlei kleinen Gaben (meist kleine Plastik-Wasserbecher) und feiern mit ihm. Am Festplatz erzaehlt der Zeremonienmeister am Mikrofon nochmal die Lebensgeschichte des Toten und dankt den Gaesten namentlich fuer ihr Kommen und ihre Geschenke (das dauert, weil bestimmt 2000 Leute hier sind). Die Feierlichkeiten gehen noch ein paar Tage weiter, in denen unter anderem die maennlichen Bueffel gegeneinander kaempfen und anschliessend geschlachtet und verspeist werden.

In ganz Tana Toraja gibt es Unmengen von traditionellen Graebern, zu denen wir auch einige Touren gemacht haben. Ganz frueher wurden die Toten in ihren Holzsaergen in grossen offenen Hoehlen mit all ihren wertvollen Gaben bestattet, was jedoch viele Grabraeuber angezogen hat. Seitdem werden Familiengraeber in monatelanger Arbeit in grosse Felsen geschlagen und mit einer kleinen Holztuer verriegelt. Bewacht werden die Graeber immer von sogenannten Tau-Tau-Figuren (aus Holz geschnitzt und den Verstorbenen nachempfunden, halten sie eine Hand fuer Essen und die andere zum Beten auf), die jedoch nur fuer reiche Tote angefertigt werden - genauso wie riesige Stein-Pylone, die am Boden aufgestellt werden. Auf diese traditionelle Art werden ausserdem nur Personen bestattet, die auf "natuerliche" Weise sterben und ein gewisses Alter erreicht haben. Babys zB werden, solange sie noch keine Zaehne bekommen haben, in riesigen Baumstaemmen (Baby Trees) bestattet. Leute, die zB bei einem Verkehrsunfall sterben, werden wie bei uns einfach begraben.

Nach all den Touren hier, lassen wir es noch ein paar Tage ruhig angehen und schauen uns die Stadt Rantepao und den nahen Markt, der alle 6 Tage in Bolu stattfindet und auf dem auch hunderte von Bueffeln und Schweinen zum Verkauf angeboten werden, an. Leihen uns einen Roller aus und machen noch eine kleine Tour durch die Doerfer rund um die Stadt. Ausserdem besuchen wir eine Indonesierin, die wir im Hafen von Makassar kennengelernt haben und die uns in ihr Zuhause in Rantepao eingeladen hat - mittlerweile wohnhaft in Makassar, kehrt sie fuer den Fastenmonat Ramadan zu ihrer muslimischen Familie nach Rantepao heim.

Nach 5 Naechten in dieser anderen Welt, kaufen wir uns Tickets fuer den 8-stuendigen Luxus-Nachtbus zurueck nach Makassar.

Bilder unter: http://www.getdropbox.com/gallery/198087/1/08-09%20Tana%20Toraja?h=9f17ea

Freitag, 7. August 2009

Hoga Island (09.08. - 13.08.2009)

South-East-Sulawesi, Indonesien

Hoga Island gehoert zu den Tukangbesi Islands, die suedlich von Sued-Ost-Sulawesi liegen und zum Grossteil dem Wakatobi Marine National Park angehoeren. Touristisch "erschlossen" ist dabei nur Hoga, worauf sich 2 Bungalow-Ressorts und eine britische Meeresforschungsstation befindet. Die "Hauptstadt" hier ist Kaledupa (45min mit dem Motorboot von Hoga), welcher das Seenomadendorf 'Sampela', das auf Stelzen und aufgeschuetteten Steinen mitten im Meer liegt, vorgelagert ist.

Wir lassen uns auf 'Sampela' absetzen und mit einer Nusschale von Motorboot rueber nach Hoga fahren, wo man uns gleich in einem Bungalow im 'Island Garden Ressort' direkt am Strand einquartiert. Am naechsten Tag ziehen wir aber in das etwas billigere 'Hoga Cottages' um, das 5min den Strand runter ist, wo wir sowohl das englische Paerchen von den Banda Islands als auch das italienische Paerchen von Bau Bau wieder treffen. Wir 6 plus 3 Hollaender plus 1 Kanadier (im 'Island Garden') sind also die einzigen Touristen gerade auf dieser traumhaften Insel.. abgesehen von den ca 200 englischen Studenten, die in der Forschungsstation weiter runter den Strand "arbeiten", sprich vormittags Tauchen, Lunch, nachmittags Tauchen, Dinner..

Mit einer Hollaenderin, die hier seit 17 Jahren wohnt und einen Tauchshop direkt neben unseren Bungalows hat, machen wir mit den Englaendern und Italieniern einen Tauchausflug (bzw Schnorcheln, Tauchkurs hab ich noch nicht gemacht). Auch hier ist die Unterwasserwelt wirklich superschoen - diesmal gibt's Barakudas zu sehen. Leider ist die Stroemung ziemlich stark und der Tauchgang faellt etwas kurz aus.. Die Hollaenderin engangiert sich hier ziemlich fuer die Seenomaden (vor allem die Kinder) auf 'Sampela' und hat ihnen unter anderem eine Schule gebaut (weshalb die Nomaden jetzt keine Nomaden mehr sind) und ihnen mehrere Boote geschenkt, damit sie Touristen herumfahren und ein bisschen Geld verdienen koennen.

Neben Tauchen bzw Schnorcheln und Strand gibt es hier natuerlich nicht allzuviel zu tun - es fuehren noch nicht einmal Wege in das Innere der Inseln. Und so verbringen wir unsere Zeit (vor allem in der Mittagshitze) viel mit Lesen und wandern nachmittags/abends den Strand entlang, der vor Sonnenuntergang mit 1000en von kleinen Muschelkrebsen bevoelkert ist und sich zu bewegen scheint. Ausserdem spiele ich jeden Abend mit einem Kanadier und einem Hollaender am Strand vor dem 'Island Garden Ressort' gegen die Kids Fussball.

Einen Tag nehmen wir uns Zeit und besuchen das Gypsydorf 'Sampela' - zusammen mit Kundang, der dort wohnt. Kundang ist Anfang 30, hat mit 15 eine 36-jaehrige Englaenderin geheiratet, wurde mit 16 Vater und hat 3 1/2 Jahre in London gewohnt, bevor er sich getrennt hat und wieder nach 'Sampela' zurueckgekehrt ist. Er kann fliessend Englisch und Spanisch sowie ein paar indonesische Sprachen aus der Umgebung (so ziemlich jede Region in Indonesien hat eine eigene Sprache -> Bahasa, die indonesische Regierungssprache, ist quasi die 1. Fremdsprache) und hat sogar ein paar Woerterbuecher verfasst, die er Freunden leiht, wenn sie eine Sprache lernen wollen. Also sehr talentiert und engagiert der Kerl (unterrichtet auch die Kinder in Englisch und hat die Geschichte der Seenomaden von 'Sampela' zusammengetragen und aufgeschrieben). Bevor wir die Tour durch das Dorf beginnen, werden wir auf die Terasse des Hauses seines Bruders eingeladen und bekommen suessen Tee serviert (Tee & Kaffee trinkt man grundsaetzlich sehr suess in Indonesien). Natuerlich versammelt sich gleich eine ganze Traube von Menschen um uns und Vera packt ihre Geschenke aus, die wir in Makassar fuer die Kiddies hier gekauft haben. Den ganzen Nachmittag laufen wir ueber das Labyrinth von Stegen durch das Dorf, gefolgt von einer abwechselnden Schar von Kindern, waehrend uns Kundang alles erklaert. Hier gibt es eine eigene Moschee, Schulen, mehrere Shops, Elektrizitaet sowieso, einen Fussballplatz und einen grossen Betonsteg, auf dem die Politiker des Dorfes im Abendlicht debattieren. Die Leute hier (ca 500) versorgen sich komplett selbst, verdienen ein bisschen was mit dem Verkauf von Meeresfruechten und helfen sich allen gegenseitig aus (Neuankoemmlingen wird zB vom ganzen Dorf geholfen ein Haus zu bauen). Eine unglaubliche Vielfalt verschiedener Kulturen aus dem ganzen asiatischen Raum trifft hier zusammen und verschmilzt zu einer grossen Familie - arm, aber gluecklich und sehr gastfreundlich! Abends essen wir noch mit Kandungs Grossfamilie vor ihrem Haus (Gegrillter Fisch und Reis, natuerlich mit den Haenden gegessen) und schauen uns mit den Kids einen Bruce Lee Film an, bevor wir wieder nach Hoga zurueckgefahren werden.

Am naechsten Morgen machen wir uns auf den Rueckweg nach Bau Bau. 12h geht die Fahrt in einem Direct-Boat, das 2 jeweils 1,20m hohe Stockwerke hat. Die lange Zeit bis wir abends in Bau Bau ankommen, verbingen wir also liegenderweise auf dem Holzboden mit Schlafen, Starren und Musik hoeren - Sitzen, Stehen, Lesen ist nicht moeglich, weil zu niedrig plus der Wellengang..

Bilder unter: http://www.getdropbox.com/gallery/198087/1/08-09%20Hoga%20Island?h=d21bf2

Mittwoch, 5. August 2009

Bau Bau (06.08. - 09.08. + 13.08. - 15.08.2009)

South-East-Sulawesi, Indonesia

Gegen Mittag kommen wir nach 12h an Deck des Pelni-Schiffes endlich in Bau Bau an. Wir quartieren uns in einer wunderschoenen Bungalow-Anlage (-> Hillhouse Ressort) auf den Huegeln ueber der Kuestenstadt ein. Auf der riesigen Holzterasse hat man einen wunderbaren Panoramablick ueber die Bucht und die Stadt, rechts geht die Sonne ueber den Bergen auf, links geht sie ueber dem Meer unter. Mit einer Franzoesin und einem italienischen Paerchen machen wir am naechsten Tag eine Bootstour zu den gegenueberliegenden Sandstraenden und in ein abgelegenes Fischerdorf, wo wir als scheinbar sehr seltene Touristen grosse Aufregung verursachen (das halbe Dorf winkt uns zum Abschied). Ansonsten verbringen wir unsere 3 Tage in Bau Bau eigentlich nur auf unserer Terasse mit Lesen, Reden und Essen.

Die Eigentuemer des Ressorts sind ziemlich wohlhabende Indonesier und Nachfahren des letzten Sultans (vor ca. 700 Jahren) von Bau Bau. Sie haben mehrere grosse Anwesen hier in der Stadt und weitere Ressorts auf der Insel Hoga im Tugangbesi National Park (nochmal 12h suedlich von Bau Bau mit einem kleinen Boot). Er ist Politiker, was in Indonesien scheinbar nur die allerreichsten sind, da quasi jede einzelne Waehlerstimme gekauft werden muss) und hat eine kleine Fabrik fuer Snacks, sie ist schon viel in der Welt herumgekommen und studiert gerade nochmal in Makassar.

Auch wegen den Bildern von Hoga Island, die die beiden uns zeigen, beschliessen wir, weiter auf die Tukangbesi Islands zu schippern. Mit einem mittelgrossen Boot geht's ueber Nacht (9h) nach Wanci (man schlaeft einfach auf duennen Matten ueberall an Deck) und von dort mit einem kleinen Speedboat weitere 2h nach Kaledupa.

Siehe naechster Post -> Hoga Island

Zurueck von den Hoga Islands machen wir nochmal einen Tagesausflug mit der Franzoesin vom 'Hillhouse' und ein paar Indonesiern, die uns mit den Rollern zur Kueste fahren und uns als "Guides" begleiten, sprich ihren freien Tag mit uns verbringen. Mit dem Motorboot fahren wir eine knappe Stunde auf die unbewohnte 'Snake Island' westlich von Bau Bau. Hier soll es einen Haufen Schlangen geben, die vor allem auf der felsigen Haelfte der Insel wohnen - einer der Indonesier erzaehlt uns von einer 10m langen und 30cm breiten roten Anaconda. Allerdings sehen wir keine einzige Schlange, warum, die kommen nur nachts raus erzaehlt man uns, OK.

Die Franzoesin mochte in dieser Nacht das Pelni-Schiff nach Makassar nehmen (mit dem wir hergekommen sind), das gegen 23:00 Uhr losfahren soll. Zum Glueck haben wir nicht den selben Plan, denn - neuer Rekord - das Schiff hat 12h Verspaetung und die Franzoesin eine schlaflose Nacht. Wir machen uns am Mittag auf den Weg nach Tana Toraja, dh wir nehmen das Boot nach Kendari.

Bilder unter: http://www.getdropbox.com/gallery/198087/1/08-09%20Bau%20Bau?h=6f0330

Montag, 3. August 2009

Makassar (02.08. - 05.08.2009)

South Sulawesi, Indonesia

Makassar ist eine indonesische Grossstadt im Sueden Sulawesis, die an sich nicht viel zu bieten hat, ausser dass sie bekannt fuer Seafood ist. Es gibt eine alte hollaendische Festung (Fort Rotterdam) an der Uferpromenade und die Chinesen bauen gerade eine riesige kuenstliche Insel mit Hotels, Freizeitparks und Shopping Malls. Wir wollen erst einmal ein paar Tage hier bleiben, weil ich erkaeltet von Schnorcheln und Klimaanlagen bin und checken ins Hotel 'Lestari' mit Sat-TV und Warmwasser ein.

Gleich um's Ecks gibt es eine grosse Shopping Mall, die mehr einem Markt auf 8 Stockwerken - verbunden mit Rolltreppen - aehnelt. Im Keller ein riesiger Supermarkt, dann 3 Ebenen Klamotten, 3 Ebenen Technikkram und Restaurant plus Spielcenter. Im Sueden der Stadt gibt es noch die ziemlich westliche 'Ratuh Inda Mall', in der die reichen Mittelschicht-Kids Skater/Surfer-Klamotten kaufen und bei Dunkin' Donuts abhaengen. Ausserdem gibt es nahe unserem Hotel ein Internet/Gaming-Center mit schneller Leitung, wo ich endlich mal ein paar Fotos hochladen kann (sorry, aber in den allermeisten Internetcafes brauche ich 1h fuer 5 Bilder, die kommen also immer ein bisschen verspaetet online..). An 50 Computern zocken hier die Schulkids in Uniform den ganzen Tag Baller- oder Rollenspiele (natuerlich alle mit voll aufgedrehten Boxen).

Also alles nix besonderes hier, aber zum gesund werden und ein paar Sachen einkaufen ganz gut. Nach 4 Naechten lauft am Abend unser naechstes Pelni-Schiff Richtung Bau Bau aus -> planmaessig um 18:00, in Wirklichkeit gegen Mitternacht. Wir warten also mal wieder 6h im Hafen.. Zum Glueck lernen wir ein paar junge Indonesier in den 20ern kennen, die teilweise ganz gut Englisch sprechen koennen, was die lange Wartezeit etwas verkuerzt. Als sie mitkriegen, dass wir einen Facebook-Account haben, wollen alle sofort unsere Facebook-Freunde werden, um Englisch ueben zu koennen. Die meisten jungen Leute haben hier Multimedia-Handys und haengen damit in jeder freien Minute im Internet, also muss die Sache auch sofort an Ort und Stelle erledigt werden.

Die Ueberfahrt nach Bau Bau im Suedosten Sulawesis dauert insgesamt 12h und wir machens uns wieder draussen an Deck halbwegs bequem (diesmal ist komplett jeder Platz schon mit Matten belegt, die man erneut kaufen muss, wenn man sich irgendwo hinsetzen/legen will -> die Ferien haben angefangen und die Geschaeftemacher wittern Geld). Diesmal sind wir hoechstwahrscheinlich die einzigen Touristen der 3000 Passagiere und die (juengeren) Leute wieder sehr interessiert an uns (ein paar weitere Facebook-Freunde, mit denen wir Englisch ueben sollen ;-)

Die Pelni-Schiffe sind hier in Indonesien an sich eine super Moeglichkeit , billig weite Strecken zurueckzulegen, aber die lange Wartezeit im Hafen und das Schlafen am Boden (Economy-Class) machen die Trips schon eher anstrengend. Es gibt zwar 1. bis 3. Klasse mit 2er, 4er und 6er Kabinen plus Mahlzeiten, aber irgendwie fuehlt man sich an Deck der heillos ueberfuellten (eigtl. ausgelegt fuer 800 Leute) und z.T. 30 Jahre alten (die Indonesier loben die deutsche Wertarbeit) Schiffe fuer den Ernstfall auf See doch besser aufgehoben -> in den unteren 7 Decks sind die Chancen wohl eher gering rauszukommen.

Bilder unter: http://www.getdropbox.com/gallery/198087/1/08-09%20Makassar%20%26%20Pelni?h=2ade6a