Malukken, Indonesia
Das Schiff auf die Banda Islands startet mit ca 6h Verspaetung im Hafen von Ambon - waehrend der langen Wartezeit lernen wir noch ein paar andere Touristen kennen, die auch auf die Banda Islands wollen und treffen uns nochmal mit Hamid in der Stadt. Fuer ca. 800 Leute ausgerichtet, stuermen 3000 Indonesier und etwa 10 Touristen auf das Boot, um sich Plaetze zu sichern. Am Schluss ist wirklich jeder Quadratmeter - innen wie aussen - auf der 'Ceremai' besetzt. Wir lassen uns auf dem obersten Deck mit 3 Englaendern nieder und verbringen die Nacht auf See.
In Banda Naira, der Hauptstadt der ca. 10 Banda Inseln, quartieren wir uns in ein kleines Guesthouse im Kolonialstil direkt am Meer ein (Vita Guesthouse) - mit Blick auf die 400m entfernte Vulkaninseln Pulau (Insel) Gunung (Berg) Api (Feuer). Auf dieser Insel gibt es einen Haufen einzelner Doerfer, die alle mehr oder weniger miteinander verbunden und zu 90% von Muslimen bewohnt sind. Eine 1km lange Start- und Landebahn durchtrennt die Insel im unteren Drittel und verbindet sie somit mittels kleiner Turboprop-Maschinen der Merpati Airline mit Ambon bzw Seram - gestartet wird dabei bergab, gelandet bergauf. Am ersten Tag laufen wir erstmal diese Hauptinsel ab und fuehlen uns einmal mehr wie irgendwelche Stars, weil von allen Seiten Menschen (vor allem Kinder) auf uns zukommen und uns freundlich begruessen.
Die Banda Islands bieten eine sehr artenreiche Unterwasserwelt - vor allem an den ins Meer reichenden Lavastroemen des zuletzt 1988 ausgebrochenen Vulkans. Mehrere Tage chartern wir mit anderen Touristen ein kleines Boot und machen Schorchelausfluege zu den umliegenden Spots. Die Korallen und Fische sind unheimlich bunt und zahlreich und vor allem intakt, da hier weder mit Dynamit gefischt, noch allzuviel Muell ins Meer geworfen wird. Wir sehen zwar keine Haie, dafuer aber gemaechliche Schildkroeten und graziele Seeschlangen.
Aufgrund des indonesischen Unabhaengigkeitstages am 17. August, findet ein 2-woechiges Fest in der Stadt statt, das wir mit einem jungen Kunstlehrer besuchen. Auf einer kleinen Buehne mit schrecklicher Soundanlage laeuft ein Sing- und Tanzwettbewerb, aussenherum stehen zahlreiche Staende, an denen man entweder auf Zahlen tippen (Bingo, Drehrad, etc) oder Ringe ueber Gegenstaende (Flaschen, Gaense, etc) werfen muss - zu gewinnen gibt es immer Zigaretten. Die meisten Indonesier (zumindest die Maenner - bei Frauen ist es verpoent) rauchen Kette, meist ziemlich starke Kippen mit Nelkenaroma. Gut nur, dass die Leute hier auf den Banda Islands glauben, dass eine Tasse Kaffee am Tag (immer getrunken mit Unmengen von Zucker) den Koerper wieder von den Giftstoffen einer Schachtel Zigaretten reinigt.. Nach dem Fest schauen wir noch auf einer auslaufenden Hochzeit vorbei, wo die Dorfjugend zu Scooter-aehnlicher Musik tanzt -> 2 gegenueberliegende Stuhlreihen fuer Jungs und Maedels, nach jedem Song wird sich kurz hingesetzt und zum naechsten Lied fordern die Jungs die Maedels erneut zum Tanzen auf.
Fuer 2 Naechte ziehen wir auf die Insel Ay/Ai um (1h Bootsfahrt von Bandaneira), die komplett von weissem Sandstrand umgeben ist und quartieren uns im 'Green Coconut' ein. Zu sehen gibt es hier ausser Strand und ein bisschen Wald nicht viel, aber es ist sehr entspannend. Die Nachbarinsel von Ay - Runh - haben uebrigens die Hollander irgendwann mal mit den Englaendern gegen Manhattan getauscht. Zwischen den beiden Nationen herrschte frueher immer mal wieder Krieg um die Vormacht auf den Banda Islands, da sie so reich an Gewuerzen waren (vor allem Muskatnuss, auch heute noch).
Am letzten Abend zurueck in Bandaneira laedt uns der Kunstlehrer nochmal ein, diesmal wird ein traditioneller Tanz fuer die ganzen Segler aufgefuehrt. Hier findet gerade die 'Sail Indonesia' Regatta von Darwin nach Singapur statt, an der etwa 150 Segelboote teilnehmen und deren grossteils aeltere und gutbetuchte Teilnehmer so langsam die komplette Insel ueberschwemmen. Der Tanz, auf jeden Fall, wird nicht aufgefuehrt sondern an uns als Versuchskaninchen gezeigt: 8 Leute stellen sich nebeneinander und umklammern mit ihren Armen ein langes (heiliges) Bambusrohr, das den Boden nicht beruehren darf. Zu Trommelsound laeuft ein Indonesier mit einem (heiligen) Schaelchen staendig von einem zum anderen Ende des Bambusrohrs und blaest den Rauch des (heiligen) Feuers im Schaelchen in die Oeffnungen. Ganz wichtig dabei ist, dass keine Leute mit Goldzaehnen mitmachen, da das Gold die Geister vertreibt und der Tanz nicht gelingt. Das Trommeln und der Feuerblaeser werden immer schneller und wir am Bambusrohr torkeln ein wenig durch die Gegend, weil immer wieder gegen die beiden Enden des Rohres geschlagen wird. Und dann auf einmal.. ist der Tanz vorbei und wir haben die Geister zum Leben erweckt. Es hat zwar keiner irgendwas gemerkt und alle 30 anwesenden Touristen schauen sich mit fragenden Gesichtern an. Naja, wir haben's mitgemacht und gesehen.
Am Sonntag morgen steigen wir auf dem Mini-Flughafen in die kleine Twin Otter fuer 22 Leute ein, starten die kurze Landebahn bergab, drehen noch eine steile kurve ueber die Banda Islands hinweg und fliegen in einer knappen Stunde wieder zurueck nach Ambon. Dort nehmen wir gleich eine Maschine nach Makassar im Sueden Sulawesis und verlassen somit die Malukken.
Bilder unter: http://www.getdropbox.com/gallery/198087/1/08-09%20Banda%20Islands?h=958aeb
4 Kommentare:
laut google-earth kann ich das mit dem paradies auf erden nur bestätigen. sieht irre schön aus, dieses fleckchen erde. genießt den sand in der hose und nehmt euch in acht vor den eisbären.
Jawoll so solls sein ihr Nasen.
Grüße Tobi
Der Neid spricht aus meinem Munde. Wie gerne wäre ich jetzt bei euch!!! Übrigens, neuester Stand: mit Andi ist Schluss,liegt doch am Namen. Mir gehts herrvorragend,keine Sorge. Genießt das Paradies...bis dann, eure liebe Ilsebilse
finger weg vom Speed Thilo!
Kommentar veröffentlichen