Montag, 30. Januar 2012

Zurück im Land der Brezen

Die meisten werden es schon mitbekommen haben: Wir sind wieder da. Wieder zurück im Land der Brezen. Nach einem 23-Stunden-Flug, der uns vom 30 Grad heißen Melbourne ins 0 Grad kalte München brachte. Und mit uns kam dann auch gleich der erste Schnee des Jahres vom Himmel.

Nach einem Jahr zurück am Münchner Flughafen
Unser Rückflug war angenehmer als der Hinflug vor einem Jahr, da wir erstens keinen Umweg über London fliegen mussten, was die Reisezeit 6 Stunden kürzer macht, und zweitens viel Platz in den neuen Qatar Airways Maschinen hatten. Jetzt also wieder Deutschland, mal sehen was als nächstes kommt...


Hier noch die letzten Fotos unseres Trips: Das Whitest Boy Alive Konzert und viele Freunde in Melbourne, sowie der Ausflug zur Great Ocean Road und dem Grampians Nationalpark:

2012.01 Melbourne: The Whitest Boy Alive Concert

2012.01 Melbourne: Back in Town

2012.01 Great Ocean Road & Grampians

Montag, 23. Januar 2012

Time to say "See Ya's"

Nach genau einem Jahr hier in Australien werden wir morgen Abend wieder am Melbourne Tullamarine Airport sein und unser Flugzeug zurück nach Deutschland besteigen. Und eine Minute bevor unser 1-Jahres-Work-and-Travel-Visum abläuft werden wir - zumindest planmäßig - in der Himmel der Südhalbkugel abheben.

Die letzten zwei-einhalb Wochen haben wir unser geliebtes Melbourne noch jede Sekunde genossen und viele liebe Freunde (wieder) getroffen. Unsere Vermieterin Helen, bei der wir das erste halbe Jahr Australien hier in Melbourne gewohnt haben, hat uns dieses Mal als Gäste aufgenommen, und so endet unser Aufenthalt, wo er begonnen hat: Hier im internationalen und hippen Brunswick. 

Nachdem wir unsere Kirschenfarm nach Weihnachten verlassen hatten, führte uns der vorletzte Road-Trip mit Daisy Komet in Australiens Hauptstadt Canberra, an die südliche Küste von New South Wales und durch den Kusciusko-Nationalpark, der Australiens höchsten Berg beheimatet, bis wir Silvester nach sechs Monaten wieder zurück in Melbourne waren. Kurz darauf ging's gleich wieder weiter an die Great Ocean Road und den Grampians Nationalpark, um nochmal ein paar Highlights des Landes zu entdecken.

Jetzt haben wir unsere geliebte Daisy Komet verkauft - genauso wie unsere Fahrräder - und viel Angesammeltes an Freunde verschenkt. Den Rest werden wir morgen in unsere Rucksäcke packen. Es wird ein schwerer Abschied werden, denn wir haben Land und vor allem Leute schon sehr lieb gewonnen hier. Aber natürlich freuen wir uns auch auf unsere Familien und Freunde in Deutschland und auf neue Abenteuer in Berlin, wo es uns erstmal hinverschlagen wird.

In diesem Sinne: See Ya's Melbournians and all our friends we met here in Australia und bis bald unsere Lieben in Deutschland!

Samstag, 24. Dezember 2011

Heiße Weihnachten

Fünf Wochen lang waren wir jetzt hier in Young am Kirschen pflücken und eigentlich wäre es noch ein paar so weiter gegangen, hätte der Regen nicht den Rest der Ernte zerstört. Ein bisschen unerwartet für alle hieß es vorgestern plötzlich: "Sorry guys, that's it, season is finished!"

Naja, jetzt feiern wir heute eben noch ein bisschen Weihnachten mit unseren netten Kollegen und brechen morgen auf, um ein paar Umwege zurück nach Melbourne zu erforschen. Grob überschlagen haben wir ca. 1,1 Millionen Kirschen gepflückt und haben jetzt am Ende wie immer zweigeteilte Gefühle. Einerseits freuen wir uns auf neue Abenteuer und andererseits sagen wir schon wieder "Tschüss" zu netten neuen Bekanntschaften.

Merry Christmas and a Happy New Year !
Hier in Australiens Sommer haben wir heiße Weihnachten mit 30 Grad und wünschen euch weiße Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2012!

Wir denken an meinen lieben Onkel Hannes, dem es leider gar nicht gut geht, weil er seit vielen Monaten eine schwere Krankheit zu bekämpfen hat.

Mittwoch, 30. November 2011

Das Pflücken ist des Backpackers Lust

Täglich um 4:45 Uhr klingelt der Wecker und wir quälen uns raus in die Kälte, schrubben Zähne und machen uns Müsli und Tee. Etwa eine Stunde später sitzen wir in unserem Van und tuckern in der Kolonne über zwei Kilometer Feldwege, während links von uns die Sonne hinter der Schafsherde aufgeht. Punkt sechs Uhr stehen wir an einem von geschätzten hunderdtausend Kirschbäumen und schnippen die ersten paar Kirschen des Tages in unseren umgeschnallten Korb. Für zwei dieser Körbe, die eine Kiste mit ca. 14 Kilo Kirschen füllen, bekommen wir elf Dollar. Und um einen angemessenen Stundenlohn von gut 20 Dollar zu erreichen, sollten wir jeweils vier dieser Körbe pro Stunde schaffen - sprich 28 Kilo Kirschen. Und das ist am Anfang gar nicht so leicht. Während wir uns noch abmühen, brechen erfahrene Pflücker auch mal locker mal 30 bis 40 Dollar die Stunde runter.

"14 Kilo Kirschen, bitte!"
Um 15 Uhr ist dann meistens Schluss - manchmal können wir bis 16 Uhr arbeiten, wenn wir wollen. Dann kehren 30 verschwitzte Pflücker auf den Campingplatz zurück, der schön gelegen ist und die Atmosphäre eines Festivals besitzt. Da auch die Pflücker der Nachbarfarm hier beheimatet sind, wohnen bestimmt 100 Leute zwischen Bäumen auf grünen Wiesen in Wohnmobilen, Wohnwägen, Campervan, Zelten und Autos. Nachmittags wird rumgesessen und je nach Wetter Bier oder Kaffee und Tee getrunken, Frisbee gespielt, Autos repariert oder ins 15 Kilometer entfernte Young gefahren. Bis es gegen 20 Uhr dunkel wird, hatten die meisten bereits ihr Abendessen und zwischen 21 und 22 Uhr gehen dann überall die Lichter aus. Theoretisch arbeiten wir sieben Tage die Woche, doch praktisch macht uns der Regen derzeit öfter einen Strich durch die Rechnung, was natürlich manchmal auch ganz gut tut. Doch dann werden bestimmte schon reife Sorten zerstört, wir haben weniger zu ernten und natürlich kommt kein Geld in die Taschen.

Die Farm, die uns anfangs vom Arbeitsamt vermittelt wurde, hatten wir schnell verlassen, als in einer der ersten Nächte unser alkoholsüchtigen Mitpflücker "out of control" waren. Wo wir jetzt sind, ist es wirklich super, denn zufälligerweise arbeiten auch ein paar alte Freunde aus Port Douglas hier und unser Boss ist eigentlich viel zu nett für einen Boss. Wenn alles gut geht, werden wir hier bis Ende Dezember durchackern..

Mittwoch, 16. November 2011

Grüße aus der Hauptstadt der Kirschen

Oh Mann, das ist so Australien-typisch: Ich glaub, wir sind durch noch keine Stadt - und war sie noch so klein - geheizt, die nicht irgendeine "Hauptstadt des Bla's" war, seien es Rinder, Country-Musik, Windmühlen, weiß der Teufel was. Und wenn sie keine Hauptstadt irgendeines Blödsinns sind, dann waren sie zumindest mal "sauberste Stadt", vor etlichen Jahren und wahrscheinlich im Umkreis von 3 Rinderfarmen. Ah, an eine von vorgestern kann ich mich doch erinnern, die war richtig klein und hat mit nichts geworben - außer auf dem zentralen Rodeo- und Sportplatz mit dem unheimlichen Schild: "Beef Exchange Market - 20th of August 2012". Was geht da? Da is also wirklich gar nix los in dem Kaff aber bald, also in fast einem Jahr, gibt's mal wieder ne Veranstaltung, und da kann man dann so mit seiner Family hinfahren und schön Rinderfleisch tauschen?

So war das so die letzten Tage, als wir von Maleny, Queensland 1300 Kilometer runter nach Young, New South Wales über die Hinterland-Routen gebraust sind. Und da sind wir jetzt, in Young, der australischen Hauptstadt der Kirschen. Klingt dick, is aber vielleicht zur Zeit sogar wahr, denn die Erntezeit beginnt grade und es wimmelt nur so von Kirschenverkaufsständen und arbeitswilligen Backpackern, Rentnern und Alkoholikern. Und wir sind mittendrin, und wir wollen mitmachen. Ich weiß, wir haben mal gesagt, kein Fruit-Picking in Australien, aber das Land ist teuer und unsere Daisy Komet schluckt auch ganz schön, wenn sie uns über tausende (bisher haben wir erst 5000) Kilometer durch's Land chauffiert. Also wollen wir hier jetzt schuften und reich werden, bevor wieder interessantere Dinge auf dem Plan stehen. Heute hatten wir schon unseren ersten Tag in der Plantage, von 6:30 - 14.30 Uhr als es zu dolle zu regnen begann. Aber grundlegend ist es eher sauheiß hier und wir müssen uns große doofe Hüte kaufen, um nicht im Sonnenlicht zu verbrennen.

Unser erstes Wwoofen, das wir fünf Wochen lang in dem Eco- und Permaculture-Village Crystal Waters, nahe Maleny, bei Scott gemacht haben, war auf jeden Fall eine super Erfahung und Zeit. Wwoofen, also 4-6 Stunden pro Tag für Unterkunft und Essen arbeiten, werden wir sicherlich noch öfter machen. Perfekt, um Land und Leute richtig kennenzulernen, neue Dinge zu lernen und nebenbei noch Geld zu sparen.

Trekker-Fahren für Anfänger in Crystal Waters
Für Vera war es vielleicht ein bisschen eintönig, da sie das Gästehaus managen sollte, das aber leider (fast) keine Gäste hatte. Deswegen war sie fast ausschließlich mit Malerarbeiten beschäftigt, neben soviel Kuchen, Kekse, Käse und Joghurt wie möglich herzustellen, um die Milch und Eier der Viecher aufzubrauchen. Ich hab hauptsächlich Webdesin-Zeug für Scott gemacht, der seit vielen Jahren sogenannte "Slide-Didges" baut und weltweit verkauft - praktisch High-Tech-Didgeridoos, deren Länge man während des Spielens variieren kann. Und sonst hab ich ein bisschen Farmer Joe gespielt, Holz gehackt und gestapelt, Rasen gemäht und Kühe von der Koppel getrieben. Wir hatten sogar Besuch von Pascal, unserem Kumpel aus Port Douglas, dem wir ein Wochenende lang die lokale Hippie-Kommune und die örtlichen Weingüter nähergebracht haben. Und sonst hatten wir auch immer supernette und interessante Leute um uns herum, die Spitzenbrot gebacken, Spitzenbier gebraut oder uns ihr Spitzen-Anwesen gezeigt haben.

Und so will ich schließen.. ja des wär's für heut - fast. Eigentlich sind wir ja ins 180 Kilometer entfernte Orange gefahren, um dort Kirschen zu ernten. Doch deren Klima ist ein bisschen milder und so dauert es bis zur Erntezeit noch 3-4 Wochen. Also sind wir gestern kurz entschlossen hier nach Young weitergefahren, mit der Hoffnung noch einen Job abzustauben. Denn die Kirschenernte ist sehr beliebt und eigentlich hätte man sich schon vor Wochen kümmern sollen. Aber das Glück der Chaoten lag mal wieder auf unserer Seite. Erster Stopp Touristeninformation, um zu fragen, wo das Arbeitsamt ist. Zweiter Stopp Arbeitsamt, um zu fragen, wie's denn aussieht. Dritter Stopp unser neue Arbeitgeber, an den wir nach nur fünf Minuten auf'm Amt vermittelt wurden. Wir waren entzückt und dachten an erbärmliche Vergleiche mit der deutschen ARGE.

Ach ja, dazu fällt mir ja noch was ein, sorry ;-) Hier gibt's ja Jobs eigentlich wie Sand am Meer, wenn man ein bisschen flexibel ist. Und gut bezahlt sind sie auch noch, vor allem, weil der Australische Dollar zum US-Dollar und dem Euro so stark wurde. Und die Wirtschaftskrise hat hier auch nicht eingeschlagen und es klingt eigentlich alles wunderbar. Zu Bedenken gilt aber, dass dieser Zustand hauptsächlich den riesigen Mineralvorkommen und dem krassen Boom Chinas, das so ziemlich alles abkauft, zu verdanken ist.

Das war's jetzt aber, Fotos kommen irgendwann später, da das Hinterland-Internet mal wieder nicht Rakete ist.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Happy Birthday to Bambam

Alles Liebe zum Geburtstag an meinen Schatz! Wir sind gerade nach Maleny gefahren, um ein bisschen Zivilisation zu schnuppern, Geburtstagskuchen zu essen und das Internet zu checken. Crystal Waters, wo wir gerade wwoofen (willing workers on organic farms), ist etwa 20 Kilometer von hier mitten in der Pampa. Ein sogenanntes Eco- und Permaculture-Village, in dem es 200 Grundstücke mit ganz viel Natur außen rum gibt. Zwar sind wir dort natürlich auch mit Strom, Wasser, Internet und all dem Kram ausgestattet, aber Cafés und Geschäfte gibt es keine. Maleny, eigentlich auch ein kleines Städtchen, ist deshalb gerade unsere nächste Zivilisation.

Geburtstagskind liest Geburtstagspost

Das wwoofen in Crystal Waters ist super. Die ersten drei Tage waren wir bei Merv, haben in einer kleinen Gästehütte gewohnt und diese dafür entrümpelt und hergerichtet. Und seit Montag sind wir bei Scott im 'Waterbreath Eco Retreat Center' (http://www.waterbreath.com/) und arbeiten auf dem riesigen Grundstück. Um's Gästehaus kümmern, Haus streichen, Holz hacken, Sachen pflanzen, Tiere füttern - es gibt immer viel zu tun und es tut gut, solchen Sachen inmitten einer atemberaubenden Natur nachzugehen. Unmengen von bunten Vögeln, Papageien, Kängurus und Wallabies (kleinere Kängurus) huschen ständig um uns herum und lassen sich nicht wirklich von unserer Anwesenheit stören. Dasselbe gilt allerdings auch für Schlangen und größere Spinnen, die man hier doch öfter mal sieht und woran wir uns erstmal gewöhnen müssen. Das einzig wirklich nervige sind die vielen Zecken, die uns hier schon öfter angefallen haben.

Es ist, wie gesagt, eine wunderschöne Landschaft und eine interessante Community hier, die wir in den nächsten Wochen weiter kennenlernen werden - wir sind gespannt!

Freitag, 30. September 2011

Mit Daisy (Disco) Komet Queenslands Küste runter

Nachdem wir unsere Daisy die 300 Kilometer von Cooktown zurück nach Port Douglas gefahren hatten, sind wir noch ein paar Tage im Dougies Backpackers in Port Douglas geblieben, um all unsere Sachen möglichst intelligent in die kleine Daisy zu packen und um uns von all unseren Freunden dort zu verabschieden. Seit dem 19. September sind wir jetzt "on the road" und folgen Queenslands Küste gen Süden. Unsere Pläne haben sich ja mal wieder geändert: Wegen der Regenzeit im Norden Australiens, sind wir jetzt erst mal auf dem Weg Richtung Tasmanien - also wieder zurück nach Melbourne, von wo die "Spirit of Tasmania" ablegt.

Nach gut zehn Tagen sind wir mittlerweile kurz vor Brisbane und haben die Daisy Komet satte 2000 Kilometer weit chauffiert. Die Kleine läuft gut, wenn auch nur 90-100 km/h schnell - sie hat schon auch 120 drauf, schluckt dann aber mehr als Australier an Sonntagnachmittagen <- Gassenhauer! Aber auf Australiens Straßen darf sowieso nur 100 - selten 110 - Stundenkilometer gefahren werden, was allerdings niemanden - auch die dicken Roadtrains nicht - davon abhält, uns zu überholen. Nur beim Anlassen zickt sie manchmal ein bisschen, das werden wir aber bald mal in der Werkstatt klären lassen.

Daisy Komet hat uns bisher von Cooktown bis nach Maleny gebracht

Es macht auf jeden Fall Spaß, ein rollendes Zuhause zu haben, und so das Land zu erkunden. Ihr ursprünglicher Besitzer hat sie "Daisy" getauft, wir haben das "Komet" drangehängt - und seit wir das Soundsystem wieder auf Vordermann gebracht haben, hat sie sich auch den Zusatz "Disco" verdient. Wenn wir abends auf einem der freien Campingplätze ankommen, richten wir kurz unser Bett her, kochen, essen und gehen relativ früh schlafen. Morgens, wenn die Sonne uns aufwacht, klappen wir die Rückbank wieder hoch, stellen unsere drei Boxen zurück, machen uns auf den Weg und sind gespannt, wo wir heute Nacht wohl schlafen (können). Gerade sind wir in einem kleinen Städtchen namens Maleny, das idyllisch in den grünen Hügeln nördlich von Brisbane liegt und einen ziemlich alternativen Touch hat.

Hier noch ein paar Fotos von unserem bisherigen Roadtrip - leider nur mit Handykamera, da unsere Digicam ihren Geist aufgegeben hat. Bisher sind wir immer ziemlich nah an der Küste geblieben und haben meist in kleinen Ortschaften übernachtet, weil dort eher freie Campingplätze zu finden sind. Zwischendurch haben wir uns angeschaut, was uns vom Hörensagen interessiert hat:

2011.09 Queensland Roadtrip